[Autoren-Interview] 15 Jahre Mainbook Verlag: Autor Daniel Stenmans im Interview

42 Autorinnen und Autoren setzen ihre großartigen Ideen, ihre Kreativität in wunderbare Bücher um. Viele davon durfte ich lesen. Der Verlagschef Gerd Fischer ist die Seele des Ganzen, der Antrieb des Verlags und vor allem, ein herzensguter Mensch. Hier nun stelle ich euch die wundervollen Autorinnen und Autoren vor, die in diesem Verlag ihre Heimat gefunden haben.

Heute zu Gast Autor Daniel Stenmans. Sein kreativer und vielseitiger Weg brachte ihn von Horror zu Thriller und Krimi.

Name: Daniel Stenmans
Genre: Vornehmlich schreibe ich Thriller und
Kriminalromane. Angefangen hab ich allerdings
mit Horrorgeschichten, durch Stephen King
inspiriert. Durch ihn bin ich mit 14 zum Lesen
gekommen, zunächst noch heimlich „unter der
Bettdecke“. Zwar findet man auch romantische
Aspekte in meinen Geschichten, aber ich käme
nie auf die Idee, einen Liebesroman zu schreiben.

Wann hast du begonnen zu schreiben?
Geschrieben hab ich eigentlich schon seit ich noch auf der Grundschule war – ähnlich wie meine Tochter. Geschichten, mit dem Füller zu Papier gebracht, über heldenhafte Ninjas zum Beispiel. Später dann wollte ich Horrorgeschichten schreiben, hab aber nie etwas zu Ende geschrieben. Immer nur die ersten Sätze.
Nach wie vor habe ich ein Faible für erste Sätze. Erste Veröffentlichungen waren Anfang der 2000er Jahre komödiantische Theaterstücke, die zuweilen immer noch von Laiengruppen gespielt werden. 2015 hatte ich das Glück, im mainbook Verlag den „Friedhofsänger“ veröffentlichen zu dürfen – eine Horror-Reihe in 7
Bänden.

Gab es jemanden, der dich dazu animierte?
Ich mich selbst. Einen „Pusher“ gab oder gibt es nicht. Zwar inspirieren mich diverse Autoren, aber es gibt niemanden, der mich animieren muss zu schreiben. Wenn es eine Geschichte zu erzählen gibt, schreibe ich, wenn nicht, dann nicht.

Was treibt dich an?
Es muss in mir wohl irgendeinen Impuls geben, der mir sagt, dass ich ein
Geschichte aufzuschreiben habe. Was es ist und warum, kann ich nicht sagen. Ich setzte mich nur ganz selten an den Laptop, weil ich denke, du musst jetzt mal wieder was schreiben. In der Regel schreibe ich, wenn ich das Gefühl habe, da ist eine Geschichte, die ich erzählen möchte. Und wenn ich selbst wissen möchte, worum es geht, und wie die Geschichte endet. Denn das weiß ich zu Beginn nie.

Was blockiert dich?
Die Realität. Wenn sich meine Figuren Situationen des Lebens gegenüberstehen sehen, von denen ich als deren Autor nicht weiß, wie es funktioniert. Manchmal erfinde ich was, nur damit die Geschichte weitergehen kann. Das rächt sich aber möglicherweise später. Meistens jedoch muss ich akribisch recherchieren. Bis zu einem gewissen Grad macht das Spaß, aber wenn es zu lange dauert, bin ich schnell frustriert.
Und dann natürlich die obligatorischen Selbstzweifel. Einerseits glaube ich zwar, dass ich für mich schreibe. Aber natürlich möchte ein Geschichtenerzähler, dass seine Geschichten auch gehört werden wollen. Und als kleiner, unbekannter Autor stelle ich mir dann und wann die Frage, warum machst du das eigentlich?
Wen sollten deine Geschichten interessieren, wenn es doch im Buchhandel so viele namhaften Alternativen gibt. – Kein guter Motor!

Hast du einen genauen Tagesablauf, für deine kreative Zeit?
Als Vollzeit-Erzieher, Ehemann und zweifacher Vater muss ich mir meine Zeit gut einteilen. Ich stelle mir meinen Wecker morgens um 5 Uhr, mach mir meinen Kaffee und setz mich mit meinen Laptop an die Couch – so wie jetzt. Nicht auf, sondern neben die Couch; ich auf dem Boden, der Laptop auf der Couch. Immer auf denselben Platz. Und dann geht’s los. Dieser Ablauf ist schon sehr ritualisiert. Böse Menschen könnten meinen, es grenze an eine Zwangsstörung … Aber durch die Gewohnheit kann ich meine Geschichten sofort abrufen. Selten starte ich meinen Laptop und weiß nicht, was ich schreiben soll.
Zu dieser Zeit und an diesem Ort schreibe ich am liebsten. Tatsächlich fällt es mir andernorts viel schwerer in die Geschichte zu finden.

Wie fühlst du dich, wenn du ein Projekt beendet hast?
Unterschiedlich. Mal froh und erleichtert. Wenn alles gut ausgegangen ist … und damit meine ich nicht zwingend ein Happy-Ende … sondern ob die Geschichte am Ende rund ist. Denn da ich aus dem Bauch heraus schreibe, mache ich mir zu Beginn keine Gedanken, wohin die Reise gehen soll.
Manchmal bin ich auch traurig. Wenn mir die Figuren sehr ans Herz gewachsen sind und ich sie nie oder eine Zeitlang nicht mehr begleiten darf.

Wie bist du auf den Mainbook Verlag aufmerksam geworden?
Per Zufall eigentlich. Ich war auf der Suche nach einem Verlag – damals war es ein Mystery-Thriller in „epischer Breite“. Gerd meinte, der Roman sei leider viel zu lang für seinen Verlag, wenngleich ihm meine Schreibe gefiele. Ich antwortete, wenn er was Kurzes suche, hätte ich da eine Horror-Serie für ihn. Und so kam „Der Friedhofsänger“ und ich vom Niederrhein zum mainbook Verlag.

Liest du gerne selbst?
Oh, ja sehr. Ich finde Geschichten toll und liebe es, sie zu lesen. In den Worten anderer Menschen einzutauchen und mir die Bilder anzuschauen, die sie in meinem Kopf entstehen lassen, ist etwas ganz besonderes finde ich.

Welches Genre?
Am liebsten Thriller und Kriminalromane. Horror lese ich schon lange nicht mehr. Keine Ahnung, warum eigentlich.
Aktuell bin ich auch eher im Krimi- statt im Thriller-Genre unterwegs. Auch wenn meine beiden Romane „Komplize“ und „Imitator“ mit viel physischer und psychischer Gewalt daherkommen, merke ich als Leser (mittlerweile) aber, dass mich zu viel davon abschreckt. In vielen Thrillern gibt es die Täter-Opfer-Sicht, wenn z.B. erzählt wird, wie irgendjemand von irgendjemanden gefangen gehalten und gequält wird. Das stört mich mittlerweile sehr. Vor allem weil jenen Szenen schon fast obligatorisch sind, und oft keinen Mehrwert für die Geschichte haben, sondern nur die Seiten füllt. Ich bleibe lieber in der Perspektive des Ermittlers oder des Protagonisten.

Lieblingsautor / in:
Linus Geschke. Da muss ich gar nicht lange überlegen. Seine Worte lösen immer etwas in mir aus. Seine Romane sind einfach toll.
Außer ihm Marc Raabe und Andreas Gruber.
Ich liebe aber auch die Zorn-Reihe von Stephan Ludwig. Und im Moment habe ich die Sörensen-Reihe von Sven Stricker für mich entdeckt.

Veröffentlichungen 2025 / 2026:
2025 ist mein zweiter Thriller „Imitator“ erschienen. Der zweite Band um eine Kommissarin aus Krefeld (NRW, Niederrhein). Der erste Band erschien 2023 und trägt den Titel „Komplize“.

Wo kann man deine Bücher, außer auf der Verlagsseite, käuflich erwerben?
Ich denke in den meisten Buchhandlungen, auch wenn sie (sicher) nicht vorrätig dort liegen werden.

Wo ist deine nächste Lesung?
In der Nähe meine Heimatstadt Kevelaer am Niederrhein: in Rees. Und zwar im Juni.

Kann man dich auch auf einer Messe treffen?
Möglicherweise schaff ich es, dieses Jahr wieder auf die Frankfurter Buchmesse. Da ich ja noch einen Hauptjob habe, ist es manchmal etwas kompliziert mit dem frei bekommen.

Wo findet man dich im World Wide Web?
Instagram: daniel.stenmans. Leider habe ich keine eigene Website

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