[Rezension #784] „Zeit des Neubeginns“ (Die Kinder der Hansens) von Ellin Carsta aus dem Tinte & Feder Verlag

Meine Meinung:
Ellin Carsta schreibt tolle Bücher. Dies ist Band 7 aus der Reihe „Die Kinder der Hansens“.
Es beginnt leider sehr traurig, mit Georgs Tod. Therese und auch die ganze Familie Hansen, ist am Boden zerstört.

Aufgrund der Testamentseröffnung, reist auch Robert aus Amerika an. Er ist der Bruder von Amala.
Das Hansens besteht aus einem Restaurant, Kino, Theater, Tanzbar aber auch einem Geheimnis, das Eduard allen verheimlicht.
Ich finde es unverantwortlich, von ihm. Denn bei mir kommen die Bedenken auf, das er damit dem Hansens schadet.

Robert ist ein sympathischer Mensch. Er macht sich Gedanken über die Anderstartigkeit von ihm und Amala und das Verhalten ihm gegenüber. Auch Therese, Auguste, Frederike und Bertha sind liebe Menschen.
Florentinus und Katharine sind ein tolles Paar. Innig und liebevoll verbunden.

Emma hat es nicht leicht mit Franz. Er ist so hinterwäldlerisch.
Moritz ist ihr dagegen zugetan. Das ist gefährlich.

Julius, hat sich wohl mit der Zeit sehr verändert und das nicht zum Positiven.

Leider gibt es da auch Martha, die mir sofort extrem unsympathisch ist. Was für eine Beisszange.
Sie hat nicht das Recht, so mit den Mitgliedern der Familie zu sprechen.

Das Leben dreht sich um das Hansens. Den täglichen Ablauf, die Möglichkeiten mehr Menschen in das Hansens zu locken. Roswitha, die Köchin ist nicht glücklich, doch Amala hat ein Talent zu überzeugen. Mir wäre da nicht wohl zumute.

Persönlich finde ich es wundervoll, das Viele einen persönlichen Brief von Georg erhielten. Nun beginnt ein jeder den richtigen Moment zu suchen, um die letzten Zeilen von ihm zu lesen.
Es geht ans Herz. Tränen brennen auch in meinen Augen.

Aber wie soll es weiter gehen. Wie wird sich Therese entscheiden? Kann Eduard, Martha von ihrem Plan abhalten.

Mein Fazit:
Die Geschichte einer Familie, die schon so viel durchgestanden hat und nun den Verlust eines geliebten Menschen betrauert. Jeder auf seine Weise. Das Hansens steht im Mittelpunkt und die Menschen dahinter. Es hat mich berührt, gefesselt, wütend gemacht und ein gewisser Nolte hat mir sogar Angst eingeflößt. Persönlich würde ich euch empfehlen, zuerst Band 1 zu lesen. Obwohl ich mit Band 7 auch wunderbar zurecht kam, ohne die vorherigen Bände gelesen zu haben.

Verlag : ‎ Tinte & Feder Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : Taschenbuch

Seiten: 311 Seiten

ISBN: 978-2496714258

Veröffentlicht : 16. September 2025

[Rezension #783] „Das mutige Mädchen aus Innsbruck“ (Die Töchter aus Innsbruck 2) von Lotte Römer aus dem Tinte & Feder Verlag

Meine Meinung:
Elsa liebt das Nähen. Stoffe, Handarbeit. Vorallem aber die Arbeit mit Leopold Tannhäuser. Er eröffnet ihr ein Angebot, dass ihr Leben verändern könnte.

Allerdings. möchte Rupert Elsa verheiraten. Die Mutter sagt nichts dazu. Stumm wie immer, nickt sie nur alles ab. Sie steht nicht für ihre Kinder ein. Lässt alles geschehen.

Elsa jedoch, weiss wohin sie gehen und wen sie um Rat fragen kann. Fannerl, ihre Schwester die im Sellraintal lebt.
Natürlich lässt diese sich nicht lang bitten und geht mit Elsa zur Mutter und stellt einiges klar. Ich find sie richtig stark.

Was mich sehr überrascht, ist das zunehmend veränderte Verhalten von Agathe, der Mutter von Fannerl, Elsa und Josefa.

Da sind auch noch zwei Männer im Spiel. Richard und Clemens. Elsa hat gar nicht vor zu heiraten. Sie fühlt sich gespalten. Clemens ist ihr Freund, schon lange Jahre. Richard lässt ihr Herz höher schlagen. Doch ist das genug? Was wiegt mehr.

Clemens ist verlässlich, möchte dass es Elsa gut geht. Richard ist für mich ein Gigolo. So wirklich traue ich ihm nicht über den Weg.
Amalie ist, ich weiss gar nicht, wie ich das ausdrücken soll. Oberflächlich. Und kein Stück einfühlsam.

Persönlich finde ich Elsa wirklich toll. Sie hat eine ganz sanftes, freundliches Wesen. Ihre Art mit dem alten Herrn umzugehen, ist so liebevoll. Sie hat ein ganz großes Herz. Man möchte sie einfach in den Arm nehmen, wenn sie traurig ist oder Kummer verspürt.

Agathe mochte ich am Anfang gar nicht. Aber das hat sich gewandelt, so wie sie auch. Das hat mir richtig gut gefallen

Schreibstil:
Ganz schnell ist man wieder in Innsbruck. Wieder im Geschehen. Die Autorin macht es einem sehr leicht, da sie genauso flüssig und für die Geschichte einnehmend weiterschreibt.

Mein Fazit:
Die zweite Geschichte um die Töchter aus Innsbruck. Die mich nicht minder beeindruckt hat, wie die Erste. Eine sehr starke Geschichte, um eine junge Frau die ihren Weg in die Selbstständigkeit finden möchte, trotz aller Widrigkeiten. Mit der Familie im Rücken und deren Unterstützung, geht sie unbeirrt ihren Weg.
Band 3 steht schon auf meiner Wunschliste.

Verlag : ‎ Tinte & Feder Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : Taschenbuch

Seiten: 284 Seiten

ISBN: 978-2496717839

Veröffentlicht : 21. Oktober 2025

[Rezension #782] „Das verstoßene Mädchen“ (Die Töchter aus Innsbruck 1) von Lotte Römer aus dem Tinte & Feder Verlag

Meine Meinung:
Fannerl hat ein priviligiertes Leben. Behütet wächst sie auf, mit ihren zwei Schwestern. Geliebt von den Eltern.
Ein Unglück und all das ist Geschichte. Sie muss gehen. Das Haus verlassen. Der Stiefvater möchte sie nicht im Haus haben. Er ist abergläubisch und denkt sie bringt Unglück. Weil sie fast weiß-blondes Haar und porzellanfarbene Haut hat.
Ihre Mutter gibt ihr einen Rat. Sie soll zu Franza gehen, ins Sellraintal. Dort bleibt Fannerl. Lernt ein Handwerk. Immer in Gedanken an zu Hause.
Eigentlich gab es da noch jemanden, doch er meldet sich nicht. Sie ist enttäuscht. Das Leben geht weiter.
Tag für Tag. Sie findet Freunde, wird stärker, selbstbewusster. Eine tolle Frau. Wird sie ihr Glück jemals finden?
Zu wünschen wäre es ihr.

Schreibstil:
Mit sehr klaren Worten, schafft die Autorin es, das man die Kälte des Bachs, die harte Arbeit und den schmerzenden Rücken fühlen kann. Beschwerlich ist der Weg. Aber auch den Moment in der Kirche und die Musik habe ich genossen. Worte haben so viel Kraft. Man spürt wie sich Fannerl anfänglich verloren vorkommt.

Fannerl ist eine kluge junge Frau. Ideen treiben das Geschäft voran. Eines Tages jedoch, gibt es Neuigkeiten, das ihr Leben von grundauf ändert. Keine Sekunde denkt sie darüber nach. Sie handelt.

Mein Fazit:
Aus einer jungen Frau wird durch ein Unglück, eine starke unabhängige Frau. Sie weiß was sie will. Wer ihr gut tut und steht für ihre Familie und Freunde ein. In dieser Geschichte geht es darum, das wenn man nicht aufgibt, alles lernen und die Zukunft auch in etwas positives verwandeln kann. Man muss es einfach wagen.

Verlag : ‎ Tinte & Feder Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : Taschenbuch

Seiten: 284 Seiten

ISBN: 978-2496717815

Veröffentlicht : 10. Juni 2025

[Rezension #781] „Three Wishes – Überlebe, um zu sterben“ von Yvonne Wundersee aus dem Hybrid Verlag

Meine Meinung:
Samira ist eine Dschinda. Sie und ihr Volk werden verfolgt und ermordet. Auch ihre Eltern sterben, einen grausamen Tod. Kadir, lebt in einem Tempel. Er bringt sich selbst lesen und schreiben bei. Lernt ohne das es jemand bemerkt. Er ist ein Priester des Osiris, der immer nur Gewalt und keine Liebe erlebt, dennoch ist er sanftmütig und in meinen Augen sehr stark.

Samira hat nur mit ihm eine Chance, durch die Duat zu gelangen. Sie verspricht ihm, wenn er ihr hilft, drei seiner Wünsche zu erfüllen. Was sie damit in Kauf nimmt, verrät sie nicht. Es wird angedeutet, immer wieder.

Samira ist wunderbar. Hat ein großes Herz und ist mutig wie eine Löwin. Weshalb nach meiner Meinung sie und Kadir wunderbar zusammen passen.

Der Weg bis zum Eingang in die Duat, ist lang und ungewiss. Als sie die Duat erreichen, gibt es viel gefährliche Abenteuer zu bestehen. Keiner kann überleben ohne den Anderen.

Sie beobachten, wie einige Dämonen eine Gecko in einen Trichter werfen. Warum nur, wollen sie ihn loswerden? Was hat dieser kleine Kerl so schlimmes getan? Ihn zu retten, ist lebensgefährlich.

Ellil, so heißt der Gecko, ist ein Dämon mit einem frechen und großen Mundwerk. Seine Größe schmälert nicht sein Selbstbewusstsein. Er kann ganz schön nerven. Doch da ist was, das man erst nach und nach zu bemerken beginnt. Denn er verbirgt etwas in seinem Inneren.
Ich mag ihn nicht wirklich, zumindest anfänglich.

Eine andere Figur aus dem Buch, ist der Pharao Aremun. Ein Herrscher, der die Augen vor der Wirklichkeit verschloss und nun sein Scheitern eingestehen muss. Von Anfang an ist er für mich, ein gebrochener Mann. Er hat ein Gewissen, das ihn nun plagt.

Samira und Kadir gehen so liebevoll miteinander um. Sehnüchtig wünschen sie sich ein gemeinsames Leben. Auch wenn Samira weiß, das es nicht geht, verliert sie sich in den verlockenden Gedanken und Gefühlen.

Schreibstil:
Spannungsgeladen, detailliert und mit viel Liebe für die Protagonisten, erschafft die Autorin eine Welt die in meinem Kopf Bilder heraufbeschwor. So das ich sogar davon träumte. Riesenhafte Spinnen, Dämonen, verwesende Nilpferde, Schlingpflanzen mit einem Eigenleben und so viele interessante Gefahren, hat sie sich ausgedacht. Jede Szene reißt einen mit. Lässt einen manchmal den Atem anhalten.

Mein Fazit:
Eine Dschinda und ein Mensch machen sich auf, um das Leben von Samiras Volk zu retten. Mit Hilfe eines vorlauten Geckos und eines Pharaos, hofft man das es ihnen gelingt. In dieser Geschichte gibt es keinen Moment der ruhig dahinfließt, es kann in jeder Sekunde, in jeder Zeile was Neues schreckliches oder Schönes passieren. Dieses Buch hat mich nicht losgelassen. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Verlag : ‎ Hybrid Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : Taschenbuch

Seiten: 338 Seiten

ISBN: 978-3967413182

Veröffentlicht : 12. Dezember 2025

[Hörbuch-Rezension #780] „Sandor – Vom Glück frei zu fliegen“ von der Autorin Dorothea Flechsig / Sprecher Nicolas A. Böll aus dem Glückschuh Verlag

Meine Meinung:

Das Hörbuch wird von einer total passenden Tielmusik eingeleitet. Es macht Freude und man möchte weiter hören.

Nicolas Alexander Böll, hat genau die richtige Stimme, um den Kindern die Geschichte rüberzubringen. Das schafft nämlich nicht jeder. Er spricht sanft, kann aber auch sehr gut Spannung erzeugen.

Jede Figur hat ihre eigene Stimme, die überzeugt. Ernst, genervt, nörgelig und noch viele andere Stimmungen hat er in seinem Repertoire. Eine sehr gute Wahl, wie ich finde.

Sandor regt sich ganz doll auf, das die Fledermäuse immer nur negativ betrachtet werden. Alle sollen wissen, wie großartig Fledermäuse sind. Natürlich kann Jendrik nicht laut rausposaunen, dass er einen Abendsegler zum Freund hat. Aber das ist ja eigentlich nicht nötig, da wir ja wissen das es ihn gibt.

Ich finde Jendrik klasse. Denn er beschützt Sandor. Vor allem und jedem.

Lilli ist süß. Jendrik bewundert sie. Ich glaube er will ihr Freund sein. Doch will sie das auch? Gehört zu einer Freundschaft nicht auch Ehrlichkeit? Also was tun?

Sie lässt sich nicht so leicht vertreiben. Außerdem mag sie nicht, angeschwindelt werden. Sie ist eine ganz schlaue.

Lang lässt das Abenteuer nicht auf sich warten, denn nicht jeder meint es gut mit ihm. Oder welche Beweggründe, hat die Person, dieplötzlich bei Jendrik zu Hause auftaucht? Ich wäre da super vorsichtig.

Mein Fazit:

Freundschaften sind wichtig. Genau wie Zusammenhalt und Ehrlichkeit. Der Umgang mit dem Internet, ist nicht leicht. Was ist richtig, was ist falsch? Wie gehen die Forscher mit den Fledermäusen um. Ich finde es gar nicht gut. In freier Wildbahn ist es so viel besser. Vielleicht ist es schwieriger, aber besser für die Tiere.

Ein Hörbuch, das man gut hören kann und dabei noch was lernt. Ich freu mich und fliege mit Sandor gerne weiter zum nächsten Abenteuer.

Verlag : ‎ Glückschuh Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : ‎MP3

ASIN: B0HFTMNP26

Veröffentlicht : 14. Juni 2026

[Rezension #779] „Sonnenaufgang Nr. 5“ von Carsten Henn aus dem Piper Verlag

Meine Meinung:
Jonas soll eine Autobiografie von Stella Dor, einer Film-Diva schreiben. Doch es ist gar nicht so einfach. Denn es gibt eine Wahrheit, hinter der Wahrheit. Welche soll er aufschreiben? Als er an dem Ort ankommt, der verwunschener nicht sein könnte, trifft er auf Menschen die eigene Geschichten, ihre eigene Vergangenheit haben.

Imke und Britta, die eine Pension führen. Offenbaren ihre eigenen Befindlichkeiten.
Sie sind große Fans von Stella.

Bentje ist einer wahren Person nachempfunden, was ich herrlich finde. Denn auch ich habe von der Dame gehört. Sie ist zauberhaft, genau so stellte ich sie mir vor.

Paul, der ein so lieber Kerl ist, sich um die „Krabbe“ kümmert und langsam vergesslicher wird. Nur das Tanzen, das vergisst er nie. Eine Seele von Mensch.

Nessa, die gefühlt tausend Jobs hat. Trotzdem immer präsent ist. Sie zeigt eine Reserviertheit, die wohl der Mauer geschuldet ist, die sie um sich errichtet hat. Sie fühlt sich verlassen und verloren.

Jonas hat selbst traumatisches erlebt. Doch wehrt er sich mit Händen und Füßen gegen die Vergangenheit. Doch es stellt sich die Frage, kann man heilen wenn man sich gegen die Erinnerung sträubt?

Ich finde das er ein sehr einfühlsamer Charakter ist. Jemand, der sich um Andere sorgt. Der nicht einfach vorbei geht. Er hinterfragt sich selbst und das Tun Anderer.

Schreibstil:
Carsten Henn eröffnet uns in diesem Buch, eine kleine Welt am Meer. Menschen die so vielschichtiger sind, als man auf den ersten Blick vermutet. Die Geschichte hat eine eigene Tiefe, die durch das Miteinander der Protagonisten entsteht.
Man denkt über die Personen nach. Fühlt sie, in sich. In den eigenen Gedanken. Danke dafür.

Mein Fazit:
Leichthin kann man dieses Buch nicht lesen, denn es benötigt Zeit. Ich musste und wollte, vor der Rezension darüber nachdenken, nachfühlen was es mir zu sagen hat. Dazu nun meine Erkenntnis: Jeder hat eine Erinnerung, die sich durch die von Anderen unterscheidet, auch wenn man im gleichen Moment, am gleichen Ort dasselbe erlebt. Jeder verarbeitet Informationen anders, sieht Dinge anders. Nimmt sie anders wahr. Genau das zeigt dieses Buch. Die Menschen in diesem Buch wachsen, trotz aller Verschiedenheit, zusammen. Eine Gemeinschaft entsteht. Es berührten mich vorallem, die Szenen mit Bentje. Wer eine tiefgründige Geschichte lesen möchte, dem empfehle ich dieses Buch.

Verlag : ‎ Piper Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : ‎Hardcover

Seiten: 288 Seiten

ISBN: 978-3492071833

Veröffentlicht : 02. Oktober 2025

[Rezensionen] Dr. Sommerfeldt Reihe 1 – 3 von Klaus-Peter Wolf aus dem Fischer Verlag

Klaus-Peter und seine liebe Frau Bettina kenne ich schon eine geraume Zeit.

Jede Begegnung ist für mich besonders.

Hier ein Foto von mir und Klaus-Peter, aus dem Jahr 2025 auf der Frankfurter Buchmesse.

Er weiß das ich Dr. Sommerfeldt nicht ganz so zugetan bin.

Als Charakter ruft er zwiespältige Gefühle bei mir hervor. Die Bücher habe ich gerade deshalb gelesen. Mir hat es viel Freude gemacht, in sein Hirn einzutauchen.

Hier nun meine Rezensionen zu der Reihe.

Meine Meinung:
Dr. Bernhard Sommerfeldt ist wie soll ich sagen, ein Mann der immer nach seinen Wünschen leben wollte. Doch die Enge der Familie und Firma hatten es ihm nie erlaubt. Er beginnt ein neues Leben, nach dem alles den Bach runterging. Eine neue Identität gibt ihm die Freiheit, die er sich immer ersehnt hat. Er schien mir ein kaltblütiger Mensch zu sein. Wenn es seinen Zwecken dient, aber auch herzlich und fürsorglich. Er ist belesen, ein wahrer Büchernarr. Dr. Sommerfeldt ist unberechenbar, lebt seine eigene Wahrheit und macht seine eigene Regeln. So stelle ich mir den Teufel vor. Er fühlt sich als Held und doch ist er nur ein Monster mit Intellekt und Hang zur Literatur. Skrupellos und scheinbar unterwegs um seine Lebensgefährtin Beate zu retten, fährt er durch die Gegend. Doch er wird unvorsichtig. Ann-Kathrin Klaasen und Rupert tauchen im Roman auf. Man spürt aber selbst in dieser kurzen Zeit, wie sehr Ann-Kathrin Klaasen diese Momente beherrscht. Sie ist eine ungewöhnliche Frau. Dr. Sommerfeldt ist ein unglaublich negativer Charakter. Er ist das Böse in Person.
Seite für Seite fühlte ich, wie mir Dr. Sommerfeldt immer mehr zuwider geworden ist. Er ist ein Mann den ich gern mal fragen würde, ob er noch ganz klar im Kopf ist. Diesem Mann möchte ich weder im Dunkeln noch im Tageslicht begegnen.

Mein Fazit:
Ein Arzt der anstatt Leben zu retten, Leben nimmt.
Man sollte sich Dr. Sommerfeldt nicht zum Feind machen.

Meine Meinung:
Dr. Sommerfeldt ist auf der Flucht, nennt sich jetzt anders und versucht irgendwie mit der Sehnsucht nach Ostfriesland klarzukommen. Aber nicht nur Ostfriesland fehlt ihm, sondern auch seine Beate.

Es zieht ihn aber auch immer wieder nach Franken, zu seiner Familie. Dort hat er ein Treffen mit seinem Ex-Schwiegervater, der dabei etwas Blut verliert. Auch Nasenbluten kann einschüchtern.
Sommerfeldt fordert ihn zur Ehrlichkeit auf. Als er dies nicht macht, lässt sich Sommerfeldt zu einer Entführung hinreißen. Er tut mir mit der Zeit, wirklich leid, aber seine Naivität hat ihm das ganze wohl eingebrockt. Plötzlich taucht eine Bekannte von ihm auf, die schon lange in ihn verschossen ist. Sie tut etwas, um ihm seine Liebe zu beweisen. Doch das ganze geht nicht so glatt, wie die zwei sich das wünschen. Ein Nachbar muss in die Schranken gewiesen werden. Diese Szene finde ich wirklich gut. Das Problem ist nur, dass jemand anders wieder das Gefühl hat, dass er entkommen ist. Arme Ann Kathrin. Der Showdown ist die logische Schlussfolgerung.

Seine Therapeutin Bärbel finde ich großartig.
Seine Mutter hasse ich genauso, wie er. Sie ist ein richtiges Miststück. Kalt, ja schon eisig. Habe das Gefühl, sie hat kein Tröpfchen Liebe in sich. Ist nur auf Vorteil bedacht.

Es gibt aber noch jemanden den ich extrem aggressiv finde. Sie hat auch Tendenzen, die ich nicht einmal beschreiben kann. Ja, ich überlege gerade. Also ich denke „unberechenbar“ trifft es ganz gut. Cordula seine frühere Arzthelferin auf jeden Fall ist ziemlich heftig für mich.

Bärbel hingegen, steht für mich als die Stütze die Dr. Sommerfeldt dringend braucht.

Holger Bloem ist eine sehr starke Person und Charakter. Gut, dass es ihn wirklich gibt. Er gibt dem Ganzen etwas Besonderes. Ich mag die Szenen zwischen ihm und Sommerfeldt.

Mein Fazit:
Sommerfeldt ist nicht zu beneiden, was seine Familie angeht. Allerdings hat er manchmal Gedanken, die nicht nachvollziehbar sind. Weil er in einem Dilemma steckt. Die Geschichte ist seine Verarbeitung seines bisherigen Lebens.
Ungeliebt von der Mutter, geliebt vom Vater und durch Missgunst seines Erbe beraubt.
Mal sehen, wie es in Band drei weitergeht.

Meine Meinung:
Dr. Sommerfeldt sitzt in der JVA Meppen. Sabine Hiller die Sozialarbeiterin verhält sich nicht ganz regelkonform. Ein Häftling lernt ihn auf besondere Art kennen. Tolle Szene mit Bruce. Er hat es verdient. Aber sowas von.
Hermann ein anderer Insasse, ist ganz schön durchgeknallt. Wie kommt man auf so eine Idee. Gruselig.

Christa ist sowas von übergriffig. Arme Hannah. Solveig ist anders als sie sich dargestellt hat. Aber sie ist auch eine dieser Menschen, die ihm hilft. Es sind nicht nur Frauen, auch Männer. Auf einem  Motorrad durch die Gegend zu fahren, ist auch eine Art Befreiung. Zumindest stelle ich mir das so vor.

Cordula ist außer Rand und Band. Sie mordet für ihn. Für ihre Liebe. Sie ist verrückt. Völlig durchgeknallt. Wird er sie aufhalten können?

Dr. Sommerfeldt ist nach wie vor, für mich, eine zwiegespaltene Persönlichkeit. Manches Mal schiebt er Paranoia. Er sieht Dinge, die gar nicht da sind. Menschen die ihn in eine Falle locken wollen. Obwohl das nicht stimmt. Seine Gedanken kreisen. Überlegungen. Seine Sehnsucht nach Ostfriesland, kann ich so gut verstehen. Ich liebe wie er die Wellen, die Weite und die steife Brise. Eine ganz besondere Freiheit, spürt man nur dort.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist für sich einnehmend. Ein durchgehender roter Faden, führt von Band 1 – Band 3. Es waren alle Bücher durchweg gut und flüssig zu lesen. Das erneute Lesen, hat sogar noch mehr Spaß gemacht.

Mein Fazit:
Dieser 3. Band schließt mit einem Schreck ab. Auch wenn ich ihn nicht sonderlich mag, hat er das nicht verdient. Um Cordula tut es mir nicht wirklich leid. Das soll nicht empathielos klingen. Sie passte nicht zu ihm. Sie respektiert ihn nicht.
Das Ende hat mich dann doch überrascht. Den Moment den Ann Kathrin beobachtet hat, davon berichtet geht doch ans Herz. Jetzt bin ich gespannt ob und wie es mit Dr. Sommerfeldt weitergeht.

[Rezension #778] „Codename Herzstoss“ von Toni Garber

Meine Meinung:
Max wird in etwas reingezogen, was er so gar nicht vermutet hat. Seine Mutter überrascht ihn mit ihrer Vergangenheit.
Spionage, Mord und noch mehr grausames.
Doch dann geschieht Ramstein und es gilt das Drama aufzuklären. Wer war daran schuld? Was macht Davaa dort, was hat sie mit dem Ganzen zu tun?
Natürlich hüllen sich die Menschen in Schweigen.
Theresa, seine Mutter hat Kontakte. Wichtige Kontakte zu hohen Tieren. Die Ereignisse überschlagen sich.
Fluchtfahrzeuge werden benötigt. Hauswände und unbeteiligte Fahrzeuge werden zermalmt.
Max hat echt ne taffe Mutter.
Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man es cool finden.
Max finde ich klasse. Er hat sich echt im Griff, auch in Gefahrensituationen. Marie seine Tochter ist effizient und eine gute Polizistin.
Theresa ist schwer einzuschätzen. Genau wie Davaa.

Mein Fazit:
Spionage und pure Spannung. Momente, die einen den Atem anhalten lassen. Dunkle Geheimnisse zwischen DDR und BRD. KGB, BND und andere Organisationen sind involviert. Nachdenken fast unmöglich. Handeln und zwar sofort, ist Pflicht. Zögern könnte den Tod bedeuten. Rasanter Thriller der stetig im Vollgas dahinrast. Man wird richtig gut unterhalten. Das Beste, es ist noch nicht zu Ende. Freue mich auf das nächste Buch.

Verlag : ‎ Selfpublishing

Sprache : ‎ Deutsch

Format : ‎eBook

Seiten: 179 Seiten

ASIN: ‎ B0G51NMS8Y

Veröffentlicht : 04. Dezember 2025

[Rezension #777] „Creperie mit Meerblick“ von Maria Resco

Meine Meinung:
Leonie steckt im Stau. Sie wird schon erwartet. Vorwürfe prasseln auf sie ein. Keine Minute lässt ihr Stefan Zeit, etwas zu sagen. Er bereitet ihr ein schlechtes Gewissen. Egal bei was. Er ist ein guter Rhetoriker, nicht nur im Gerichtssaal. Dort gewinnt er, das muss natürlich gefeiert werden. Immer wieder. Ohne seine Frau miteinzubeziehen, sie hat hübsch auszusehen, mehr nicht. Er befiehlt, natürlich auf scheinbar freundliche Weise, manipuliert seine Frau und bringt sie immer mehr dazu sich unwohl zu fühlen.
Immer weiter treibt er sein Spiel. Nennt sie „Spatzl“ was für mich vor Hohn trieft. Denn er meint es zu keinem Zeitpunkt ernst. Ein klassischer Narzisst.

Leonie tut mir leid. Sie dümpelt vor sich hin. Wird wütend auf sich selbst. Eine Einladung von Charlotte zum 10. Geburtstag, ist der Wendepunkt. Als sie endlich zu Hause ist, wird ihr immer mehr bewusst, was Liebe bedeutet. Wie sehr sie sich nach ihrer Familie sehnt. Plötzlich ist sie mitten drin im Familienleben.

Eine Begegnung, mit der sie so gar nicht gerechnet hat, zaubert einen Hauch einer früheren zarten Liebe in ihr Hier und Jetzt. Eine besondere Verbindung kehrt so in ihr Leben zurück. Sie fühlt sich angenommen, muss sich nicht verstellen. Hat endlich wieder das Gefühl, das sich etwas in die richtige Richtung bewegt. Er geht ihr nicht mehr aus dem Kopf.

Manches das aus der Vergangenheit ungeklärt ist, versuchen sie aufzuarbeiten. Doch eigentlich ist dies gar nicht nötig.

Dann kommt Stefan zu Besuch. Was jetzt? Wie wird sich Leonie entscheiden?

Von Anfang an, mag ich Stefan nicht. Keine Sekunde. Er ist so widerlich. Das Gefühl des nicht mögens, verstärkt sich zunehmend. Ich kann mich zu keinem Zeitpunkt dagegen wehren.

Leonie und ihre ganze Familie ist da das totale Gegenteil. Zwischen ihnen fühlt man sich geborgen. Chris bringt das Prickeln zurück, in ihr Leben. Er ist so anders. Hört ihr zu, fühlt was sie fühlt. Einigkeit ohne Worte.

Mein Fazit:
Die Geschichte rund um Leonie führt einen in immer wieder krude Situationen. Leonie versucht sich selbst zu erklären, obwohl sie dies in keinem Moment muss. Man bemerkt wie unglücklich sie ist. Wie verloren. Sie sucht nach Liebe und bekommt zu Hause in München, nicht einen Hauch davon. Ein Besuch in der Heimat und die Menschend dort ändern Alles. Diese Wendung finde ich ganz wunderbar.

Ein Satz in dem Buch, habe ich markiert.
Danke Maria, das du mir diesen Satz, ins Gedächtnis gerufen hast. Ich werde ihn aufschreiben und ihn bei mir tragen. Welcher Satz das ist, werde ich hier nicht verraten.

Verlag : ‎ Selfpublishing

Sprache : ‎ Deutsch

Format : ‎Taschenbuch

Seiten: 226 Seiten

ISBN: 978-8338769133

Veröffentlicht : 08. Oktober 2024

[Rezension #776] „Maya und Samuel“ von Franziska Fischer aus dem Dumont Verlag

Meine Meinung:
Maya und Samuel sind Freunde. Durch die Kindheit, in die Jugendzeit, bis hin zum Erwachsenenalter.
Erst in Freundschaft, vorsichtige Annäherung und dann in Liebe verbunden. Sie teilen ihre Gedanken, ihre Erlebnisse. Möchten nicht ohne den Anderen sein. Doch gibt es Trennungen auf Zeit.

Samuel kümmert sich liebevoll um seine Schwester Lilly. Der Vater fällt teilweise ins bodenlose. Es gibt immer Streit bei Sammy zu Hause. Dann knallt die Tür. Die Mutter ist weg. Thorben, der Vater von Sammy versucht alles und ist doch hilflos. Neue Wohnung finden, für die Kinder da sein. Dennoch schlafen Lilly und Sammy, immer öfter bei Maya zu Hause.

Die Geschichte wandert zwischen der Gegenwart von Samuel und Maya und ihrer Vergangenheit, hin und her. Es ist ein sprichwörtliches miteinander reden, diskutieren, kommunizieren. Manchmal mit wenig Worten, dann umso älter sie werden mit mehr Worten, tieferen Gedanken, Wünschen und Vorlieben.

Etwas jedoch blockiert beide in der Gegenwart. In der Jetzt-Zeit. Eine Traurigkeit liegt in der Luft. Jeder ist darin gefangen, auf seine ganz eigene Weise. Dieser Schmerz ist so tief, so unendlich. Ihre Welt die mal war, hat in ihren Grundfesten gebebt. Wie nur sollen zwei Menschen, die sich so zugetan sind, jemals wieder zueinander finden. Keiner ist schuld, niemand spricht in diesem Buch von Schuld. Plötzlich ist diese eine Welt zerbrochen.

Maya zieht sich völlig zurück. Sie empfindet eine Leere, die nur schwer zu füllen ist.
Samuel versucht sich Maya zu nähern, Dinge zu tun, die ihr Freude bereiten könnten. Aber er ist auch unsicher, wie viel Nähe ist in Ordnung. Was hilft ihr, sich wieder dem Leben zu öffnen.

Mein Fazit:
Etwas das wohl eines der schlimmsten Verluste ist, die eine Frau und ein Mann erleiden können, behandelt dieses Buch. Der Weg zurück ist steinig. Wir lernen zwei Menschen kennen. Zwei liebende Menschen, denen das Schicksal übel mitspielt. Die kaputt gehen, jeder für sich und doch einander haben um sich aneinander anzulehnen. Sich gegenseitig Kraft zu geben. Nur dann wenn beide es zulassen, kann die Heilung beginnen. Tief, empathisch, mit wohl gewählten Worten erreicht die Autorin Franziska Fischer das wir uns in dieser Geschichte und dem Schmerz verlieren, den die zwei Charaktere fühlen. Ja, man ist bis tief ins Mark erschüttert. Um welchen Verlust es geht, wird angedeutet und das ist für mich das Besondere an dieser Geschichte. Nicht offen, sondern durch Gesten.

Verlag : ‎ Dumont Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : ‎Hardcover

Seiten: 289 Seiten

ISBN: 978-3755800095

Veröffentlicht : 2025