Bettina Lippenberger wurde im Jahre 1974 in Ravensburg geboren. Von Geschichten fasziniert, die anfänglich von Pferden handelten, dann aber ins kriminalistische Genre wechselten, begann sie davon zu träumen auch Bücher zu schreiben. Eigene Geschichten zu erzählen. Sie probierte sich erst in Kurzgeschichten aus, die in Anthologien Platz fanden. Der Kinderbuchbereich begann ihr eine Herzensangelegenheit zu werden. Kinder das Lesen näher zu bringen. So entstand ihre eigene Kinderbuch Reihe. "Krümelchen und seine Freunde entdecken die Welt". Die Auskopplung für die Gewaltopferhilfe Wien schrieb sie unentgeltlich und wurde dafür als "Autorin gegen Gewalt" ausgezeichnet. Nicht nur die Auskopplung "Krümelchen und seine Freunde in Wien" sondern auch Band 1 wurden ins englische übersetzt. "Der Hörwerker" Oliver Bokern, seines Zeichens Schauspieler und Regisseur aus Berlin, setzte Band 1 außerdem in ein wunderbares Hörbuch um.
Neueste Veröffentlichungen sind:
"Muridae - mein Leben als Maus"
"Momentaufnahmen - Gedichte und mehr"
Bald erscheint ihr erster Australien Roman.
Ein Krimi wird nächstes Jahr folgen, wie eventuell auch Band 4 der Kinderbuchreihe.
Verlage in denen sie veröffentlicht hat:
Piepmatz Verlag
Karina Verlag Wien
Traumschwingen Verlag
Bald bricht das neues Jahr an. Das bald Vergangene, war ein trauriges. Schlechte Nachrichten, ein geliebter Mensch der tapfer gegen den Krebs kämpft, ein Anderer der den Kampf verloren hat und nun fehlt. Zwei kleine Menschen die wir schmerzlich vermissen, die mini Hoffnung bleibt, sie wiederzusehen. Wir müssen nach vorn schauen, auch wenn es schwer fällt.
Im neuen Jahr gibt es von mir Neuigkeiten, nicht als Bloggerin oder Pressemitglied auf der Frankfurter Buchmesse und den Stuttgarter Buchwochen, natürlich hoffe ich auf Wiederholung. Nein nicht in diesen Bereichen, denn ich bin nicht nur die die berichtet, sondern auch Autorin.
Mit vielen Projekten, die über die Jahre zusammengekommen sind. Möchte ich den nächsten Schritt wagen. Manches wurde auch veröffentlicht. gerade mein Australienroman, möchte ich nochmals überarbeiten. Vielleicht findet er dann mehr Leser.
Es gibt 5 Projekte, an denen ich im neuen Jahr schreiben möchte. Ob es gelingt, sei dahin gestellt. Ich gebe mein Bestes.
Hier an diesem Ort, werde ich meiner Kreativität freien Lauf lassen. Mein Schreibtisch, wie unschwer zu erkennen.
An meiner Pinwand sind Jules Verne, Hermann Hesse, und Iny und Elmar Lorentz zugegen. Auf dem Schreibtisch steht das Bild, meines geliebten Papis. Leider verloren wir ihn 2023. Er hat immer an mich geglaubt. Gerade deshalb, werde ich ihm zu Ehren meine Geschichten schreiben. Ein Roman ist seiner Mutter, seiner Schwester und ihm gewidmet. Seine Schwester wanderte nach Australien aus. Dieser Roman wird einige Recherche benötigen. Aber ich bin genau deshalb, guten Mutes diesen Roman zu Ende zu bringen. Für die drei lieben Menschen, von denen ich zwei nie kennenlernen durfte. Seine Schwester, hatte vieles, was ich auch mein Eigen nenne. So erzählte mir mein Papi. Ich habe ein Foto von ihr. Wir hätten uns, da bin ich mir sicher, sehr gut verstanden. Die Todesumstände meiner Oma und meiner Tante, sind als Tragödien zu sehen. Mit diesem Wissen, werde ich dieses Buch mit all meiner Hingabe schreiben. Sie sollen nicht vergessen sein.
Vorher, möchte ich noch etwas erledigen, einige Bücher rezensieren und mich dann in die Planung und das Schreiben vertiefen.
Wenn ihr mögt, halte ich euch gerne auf dem Laufenden.
Meine Meinung: Bess und Folke sind Geschwister und leben auf dem Bauernhof Gärdesta. Bess liebt Pferde. Aber sie und Folke haben auch Blödsinn im Kopf. Das bekommt die Haushälterin, am eigenen Leib zu spüren. Bess ist darüber sauer, das sie bestraft werden. Ich verstehe beide Seiten. Während eines Urlaubs auf Gotland, entdeckt sie ein Pony. Sie reitet auf ihm und nennt in Botvid. Bald passieren tolle Dinge. Bess trainiert das Pony. Bringt ihm vieles bei. Neue Herausforderungen und Anerkennung warten auf die Zwei.
Mein Fazit: Ein schönes Buch über die Freundschaft zwischen Mensch und Pony. Über die Freude, des Reitens. Die harte Arbeit die dahinter steckt. Nur gestört, von der Eifersucht eines Mädchens, die ihnen den Erfolg nicht gönnt. Das Wichtigste ist, dran bleiben. Egal ob beim Reiten oder in anderen Bereichen. Schön wie die Eltern sie unterstützen.
Meine Meinung: Nach einem sehr schlimmen Fall, hat Andreas Rauscher mit einer Suspendierung zu kämpfen. Aber nicht nur mit dem, sondern auch mit einer Narbe an seinem Hals. Diese erinnert ihn, an einen schlimmen Fall, der für ihn lebensverändert war. Der Fall am Apfelwein-Dezernenten, hatten ziemlich tiefe Spuren hinterlassen.
Als jemand plötzlich bei ihm auftaucht, kommt er in ziemliche Erklärungsnot. Denn derjenige der bei ihm in der Wohnung war, wird in den nächsten Stunden tot aufgefunden.
Was tun? Die einzige die ihm vielleicht helfen kann, ist Alina. Deshalb sucht er sie auf. Damit beginnt die Jagd, nach dem Mörder.
Durch Rauschers Art, immer mal wieder aufbrausend zu sein, bringt er sich in Schwierigkeiten. Dies zieht ein Hausverbot nach sich. Was tun, wenn man nicht alle verfügbaren Informationen bekommen kann. Rauscher hat eine Idee.
Der Fall ist sehr unfassbar. Weil es so viele Möglichkeiten gibt. So viele Wendungen, dass man nicht weiß welches Puzzleteil wohin gehört. Andreas Rauscher macht das was er am besten kann, er verbeisst sich in die Arbeit, in diesen Fall um eine Lösung und den Täter zu finden.
Denn nichts ärgert ihn mehr, als einen Fall nicht zu lösen.
Diesmal fallen mir zwei Personen sehr negativ auf, das sind Krause und Markowsky. Nichts, aber auch gar nichts hat Hand und Fuß. Die Art des Verhörs ist unsere Gürtellinie und passt überhaupt nicht zu einem Teamleiter. Kein Wunder dass Rauscher rot sieht.
Man merkt einfach in diesem Buch dass der Teamleiter Rauscher einfach fehlt dass nichts durchdacht ist und das macht Hoffnung. Denn einen Fall aufzulösen, ohne Rauscher funktioniert einfach nicht.
Mein Fazit: Ein Toter, viele Verdächtige. Ermittlungen die ohne Rauscher, einfach nicht das Gleiche sind. Zum Glück braucht Rauscher, nur sein Köpfchen, den Sauergespritzten und Handkäs mit Musik. Er hat immer Ideen und weiß wie er sich, auch aus dem schlimmsten Lagen heraus manövriert. Dieses Buch hat mal wieder bewiesen, dass Rauscher einfach zur Kripo gehört. Für mich ist seine kreative Art zu ermitteln, einfach das Salz in der Suppe. Persönlich muss ich sagen, dass dieses Buch mich sehr beeindruckt hat.
Verlag / Selfpublisher: Hybrid – früher überwiegend Verlag, heute fast nur noch Selfpublisher.
Was ist das Schöne daran, Queere Bücher zu schreiben?
Es entstehen wunderschöne Geschichten mit Botschaft. Denn wir sind in der Gesellschaft, leider noch immer bei weitem nicht da angekommen, wo wir hin sollten. Nämlich, dass Queerness vollkommen normal ist.
Seit wann schreibst du?
Seit frühester Kindheit, aber meine erste Veröffentlichung war 2004 ein Lyrikband. Mein Romandebüt erfolgte 2007 mit dem ersten Band meiner Vampir-Reihe (die übrigens auch schon queer war und als „Dark Bloodline“ neu im Selfpublishing erscheint).
Wie viele Bücher sind von dir 2025 erschienen?
4 neue Romane & 2 Re-Releases
A Place for broken hearts, Need you to know – weil ich dich liebe, Need you to stay – weil ich dich brauche, Winter Change, 2 Re-Releases Vampire Moon und Lycanic Moon und….
5 Hörbücher
Christmas Timeout, Summer Rebound, Slapshot, Christmas at the Lake & You, Winter Change.
Wo kann man deine Bücher käuflich erwerben?
Ganz normal im Buchhandel.
Wann ist deine nächste Lesung?
Am 06. Januar bei Allabendlich Queer aus „Winter Change“, einer Bonusstory zur Hard Rules Reihe.
Wo kann man dich auf Messen antreffen?
2026 am 28. Februar auf der Stuttgarter Buchmesse und eventuell wieder auf der Queer Book Fair.
Meine Meinung: 8 Geschichten rund um Weihnachten, vereint in diesem Büchlein. Mir haben ein paar mächtig gut gefallen.
In der ersten geht es um Spliff die Maus. Eine schöne Geschichte rund um die Maus-Familie, einen Wunsch Weihnachten zu feiern. Sehr süß.
Die zweite Geschichte ist einfach wunderbar. Auch so werden Weihnachtswünsche wahr.
In der Dritten, geht es um einen speziellen Keks. Nicht einfach den zu backen. Er muss vollständig sein, man muss so einiges beachten. Leider passiert etwas. Da kommt jemand zu Hilfe. Freunde sind so wichtig.
Bei der vierten Geschichte, kam bei mir das Weihnachtsgefühl nicht durch. Schade.
In der fünften Erzählung, versucht jemand aus der 6. Dimension Weihnachten zu verhindern. Doch da ist ein warmes Getränk und etwas Keksiges, das doch ein warmes Gefühl offenbart. Ob er seine Meinung ändert, lest gerne selbst.
Die sechste Geschichte, handelt von einem Jungen, der Schnee schippen muss. Er traut sich nicht ins Haus. Ich finde es traurig, wie viel Angst er vor seinem Vater hat. Doch es gibt einen Stern, der hilft.
Die siebte Geschichte, handelt von Jonathan. Er ist ein ganz besonderer Engel. Ach er wünscht sich etwas für Milli. Weshalb er zum Regenmann geht. Hoffentlich hat er Erfolg.
In der letzten Geschichte, gibt es eine große Überraschung. Lukas leidet. Er ist besonders, denn er wünscht sich nichts, für sich selbst. Ein außergewöhnlicher Junge.
Mein Fazit: Es sind Geschichten, die alles bieten. Schnee, Rentiere, Wichtel, Santa Claus, Wünsche, Freude aber auch Traurigkeit. Manche sind auf der Suche, was ist dieses Weihnachten. Beim Lesen, habe ich mich einige Male gut einfühlen können. Danke für das weihnachtliche Buch.
Heute möchte ich euch, von den Stuttgarter Buchwochen berichten. Es ist vorallem eine Foto-Story. Denn ich finde, Bilder sagen mehr als tausend Worte. Wieder auf den Stuttgarter Buchwochen zu sein, ist was Besonderes. Es ist für mich, wie schon letztes Jahr, wie in einem großen Wohnzimmer, voller Möglichkeiten in verschiedene Welten abzutauchen. Entdeckungen zu machen, Zeit um zu stöbern, zu lesen und Gespräche zu führen. Die Veranstaltungen rund um die Stuttgarter Buchwochen, sind für Klein und Groß. Sechs davon, durfte ich besuchen. Dafür möchte ich mich herzlich bei Buchcontact und dem Börsenverein des deutschen Buchhandels danken.
Mein Fazit:
Die Stuttgarter Buchwochen sind immer ein Besuch wert. Bieten interessante Veranstaltungen rund ums Buch, die Möglichkeit Autorinnen und Autoren hautnah zu erleben. Workshops zu besuchen und Neues zu lernen. Neben der Frankfurter Buchmesse ist diese Buchausstellung mein 2. Highlight im Jahr, rund um Bücher.
Es gibtKunst/ Kultur.
Wissen / Fachbuch
Kochbuchpreis
Den deutschen Kochbuchpreis
Deutscher Verlagspreis-Preisträger aus BaWü und Preisträger Verlagspreis Literatur des Landes Ba Wü
BookTok Bestsellerliste
SWR Bestenliste
Spiegel-Bestseller
Highlights unabhängiger Verlage in der Kurt Wolff Stiftung
Die schönsten deutschen Bücher
Deutscher Sachbuchpreis
Stadtbibliothek Stuttgart
Sachbuch / Ratgeber
Belletristik
Bücher können Romantasy / Bücher können New Adult
Bücherbüchse / LEAF Verlag / CINNA Verlag
Schriftstellerhaus – Stuttgart
Literaturhaus – Stuttgart
Hochschule der Medien – Stuttgart / future@publishing
Lindemanns Verlag – Karlsruhe / Bretten
Panima Verlag – Karlsruhe
8 grad verlag – Freiburg
Bellis-Verlag – Stuttgart
Edition Converso – Karlsruhe
Richard Boorberg et+k – edition text+kritik
KARL-MAY-VERLAG – Bamberg
Erlanger Verlag
Münchner Verlagsgruppe
Selfpublisher-Verband e.V.
Reclam Verlag
Harper-Collins – Hamburg
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Rowohlt Verlag
Verlagsgruppe Droemer Knaur – München
S. Fischer Verlage
Hirzel Verlag
Verlag Peter Grohmann Nachfolger
Schneider Verlag Hohengehren – Baltmannsweiler
Verlag Das Wunderhorn – Heidelberg
Patmos Verlag
Frechverlag GmbH
Edition Michael Fischer – München
SingLiesel Verlag
Verlag Eugen Ulmer
Verlag Pietsch
Stuttgart – Stadtmessungsamt
Polar Verlag
Oertel + Spörer Verlag
Gmeiner-Verlag GmbH – Meßkirch
Alfred Kröner Verlag – Stuttgart
Verlag Regionalkultur – Ubstadt-Weiher
Bücher können Gesellschaft
Bibliothekar*innen der Stadtbibliothek empfehlen
Ihre Geschäftsstelle empfiehlt
Buchhändler*innen empfehlen
Autor*innen, die bei den Buchwochen lesen
Langenscheidt Verlag
Klett Verlag
Bücher können Comic & Manga
Bücher können Weihnachten
Hädecke Verlag
Pons Verlag
Bücher können Weihnachten
Herder Verlag
einhorn Verlag + druck gmbh
Penguin Random House Verlagsgruppe
C.H. Beck – München
Stuttgarter Buchmesse
Molino Verlag
Suhrkamp / Insel Verlag – Berlin
Piper Verlag GmbH – München
Hanser, Hanser Berlin, hanserblau, Zsolnay, Kjona
dtv – München
Hörbuch
Kalender über Kalender
Interessantes
Schweizer Zimmer
Diogenes Verlag
Dumont Verlag
International Travel BookAward
Marco Polo
Verlage aus der Schweiz
Baedecker Verlag
Auf nach oben – Die Empore
Deutscher Kinder- und Jugendliteraturpreis
Kinder- und Jugendbücher
Gemütliches Sofa. Da saß ich gerne.
Bücher aus und über Baden-Württemberg
Die drei ???
Kosmos Verlag
Thienemann Verlage
Verlagsgruppe Oetinger
Carlsen Verlag GmbH – Hamburg
Coppenrath – Die Spiegelburg
Ueberreuter Verlag / Annette Betz – Berlin
Tesloff Verlag
Freies Geistesleben Urachhaus
Mosaik – Berlin
Nord Süd Verlag
Arena Verlag
Loewe Verlag – Bindlach
Magellan Verlag
Edition Michael Fischer
Ravensburger Verlag
Penguin Junior / Prestel Junior / cbj / cbt
Bücherbox
Deutscher Jugendliteraturpreis
SWR>> Kultur
Tip Toi
Bilder von oben
Tolle Bücher
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Nun wünsche ich euch von ganzem Herzen, ein wunderschönes Weihnachtsfest.
Gleich geht es los. Caroline Wahl auf den Stuttgarter Buchwochen. Alle Plätze sind belegt. Caroline Wahl sitzt mit ihrer Familie, vor mir.
Den Abend eröffnet Sophia Paramalingam. Sie begrüßt uns mit den Worten: „Liebe Literaturfreunde, liebe Caro Wahl – Fans.“ Der Börsenverein sei der Verband des deutschen Buchhandels und Verlage, von denen es 800 Stück gäbe. Der verein setzt sich für die Sichtbarkeit des Buches, die Leseförderung und die Freiheit des Wortes ein. Was heutzutage, ein großes und schützenswertes Gut ist. Es wären dieses Jahr die 75. Stuttgarter Buchwochen gefeiert worden. Mit, wie sie findet richtig coolem Programm. Ihr großer Dank, geht an das Haus der Wirtschaft, die Stadt Stuttgart für die Unterstützung und der SWR als Medienpartner. Sie bedankt sich auch bei den Besuchern. Caroline Wahl müsste sie ja eigentlich nicht mehr vorstellen. Am Ende der Veranstaltung, würde die Autorin noch signieren. Bücher könnte man am Büchertisch, des Vaihinger Buchladen erwerben.
Caroline Wahl betritt die Bühne. Sie freut sich in Stuttgart zu lesen, denn es würde sich wie ein Heimspiel anfühlen. Sie hätte mal ein gutes Jahr in Stuttgart gewohnt. Ihre Familie lebt in der Gegend. Auch begleite sie eine Hassliebe zu Stuttgart. Sie mag es hier zu sein, aber ihr fehlt das Wasser.
Es gilt noch eine Autofrage zu klären. Bevor die Lesung beginnt, erzählt sie von der Anreise. Ihrem Bruder Ulli, der sie neidisch gemacht hätte. Scheinbar hat ihr Auto diese Funktion auch. Sie müsse es dann daheim unbedingt ausprobieren.
Nachdem das geklärt wäre, würde sie nun gutgelaunt starten. Wir lachen.
Sie kommt nun zu Stuttgart und Charlotte. Charlotte möchte eigentlich am Meer leben. Landet aber in München, mit einer Bergkette am Horizont. Wie es dazu kommt, das sie ausgerechnet in München landet, obwohl sie am Meer leben will, liest sie uns vor. Das Mikrofon wehrt sich.
„Das es eine virtuelle Fotobox gibt, wusste ich gar nicht. Da muss ich auf jeden Fall, auch ein Foto machen“, meint Caro. Wir lachen schallend.
Virtuelle Caroline Wahl mit echter Caroline Wahl. Das Bild hätte ich gerne gesehen.
Das Mikrofon hat immer noch was dagegen, das sie liest. Schlussendlich nimmt sie es in der Hand, sie meint das wäre eh lässiger.
Bei der Lesung beginnt es damit, von der Fehlentscheidung von Charlotte zu berichten. Sie wird administrative Assistentin des Verlegers, eines renomierten Verlags in München. Die Eltern sind voll dafür. Charlotte hat Bedenken. Sie macht sich Gedanken. Gedanken die sich im Kreis drehen.
Wegen ihres Vaterkomplexes, sucht sie Bestätigung bei vielerlei Menschen. Klavierlehrer, Tennistrainer Professoren und Vorgesetzten zu erhaschen.
Sie hat sich natürlich über den Verleger informiert.
Caroline macht da einen Schnitt. Erzählt das Charlotte noch weiter googelt. Sie erfährt dann noch, das er kein Selfmade Mann ist, sondern aus einer industriellen Familie stammt. Aus einer Süßwaren-Dynastie.
Es geht weiter mit dem Zoom-Gespräch. Also ein online Bewerbungsgespräch. Dazu zieht Charlotte die Glücksbluse an. Als er endlich vor dem Bildschirm auftaucht, sah er anders aus als auf den Profilbildern, die im Netz kursierten.
Musste echt lachen, als es begann mit den Abkürzungen. Caroline las das so gut vor. Was für eine Idee. Mu und Sch.
Auszug aus der Lesung:
Mu: Schöne Bluse
Sch: Danke
Mu: Das ist die Blumenbluse, die sie auch auf dem Bewerbungsfoto anhaben.
Sch: Ja, das ist meine Glücksbluse.
Mu: lacht.
Mu: Mögen sie Blumen?
Sch: Nein, eigentlich nicht. Sie?
Mu: Ja.
Caro prustet. Wir müssen daraufhin lachen.
Caroline Wahl sagt: Das ist so dumm, und da wundere ich mich, das ich nicht den deutschen Buchpreis bekomme. Wir lachen laut.
Die Autorin erzählt dann noch ein wenig, was dann passiert. Warum sich Charlotte nicht gegen die Stelle ausspricht. Nun lebt sie also in München. Die Eltern müssen helfen beim Umzug, denn sie seien ja schuld.
Bei dem nächsten Abschnitt, geht es um Katie Hummels. In Insta-Stories erzählt Katie Hummels über das Essen. Sie liebt Essen. Pilze und Salat. Das isst sie immer und überall. Ihr Leben auf Instagram, wird genauer betrachtet im Buch.
Während sie über Katie Hummels nachdenkt und deren Leben, rennt Charlotte an der Isar entlang. Es donnert. Sie läuft zurück. Richtung Ismaning. Alles kalt und nass. Sie duschte. Zu heiß das Wasser, zu stark der Strahl.
Caro erklärt: Die Wohnung ist ihre zweite riesen große Fehlentscheidung. Sie liegt direkt an der Isar. Charlotte meinte es wäre ein guter Kompromiss, da sie ja eigentlich am Meer leben wollte. Statt Meerblick, hat sie Flussblick. Unpersönliches Mietshaus, in dem nur die Hälfte belegt ist. es muffelt ganz komisch im Flur. Ein Haus, in dem man sofort ein komisches Gefühl hat.
Charlotte und die Wohnung. Sie ertrug die Wohnung nicht wirklich. Das ist also der Beginn der Geschichte.
In allen drei Romanen von Caroline Wahl geht es, so erzählt sie, um junge wütende Frauen die in irgendeiner Weise unzufrieden sind, mit ihrer Situation. Sie brechen dann aus, in ein selbstbestimmteres Leben. Bei Charlotte ist es so, dass sie sich immer tiefer in einer schlimmen Situation verfängt, und es erst am Ende schafft auszubrechen.
Natürlich ist dieser Roman komplett anders. Das liegt am anderen Setting und an dem Thema. Es spielt in der Verlagsbranche. Es wird erzählt vom Machtmissbrauch. Caroline Wahl berichtet weiter, das sie schon sehr früh wusste, während 22 Bahnen das sie dieses Buch schreiben wollte. Sie saß damals im Büro in ihrer Ex-Agentur, mit ihrem Ex-Agenten der sie fragte ob sie schon Ideen hätte. Sie bejahte es und erzählte von ihrem Arbeitstitel Die Assistentin. Ihr Ex-Agent meinte das wäre etwas heikel. So schrieb sie Windstärke 17. Danach aber kam Die Assistentin. Denn das musste raus. Es seien mehr persönliche Erfahrungen eingeflossen, in diesen Roman, als in die letzten Beiden.
Charlottes Gefühl wird immer mulmiger. Sie hat anfänglich Verständnis für seine Situation und seine Eigenarten. Findet den Verleger interessant. Ja, eine Faszination.
Charlotte dämmerte es, als sie die Bedienungsanleitung las. Caroline Wahl fragt, ob wir die Geschichte mit dem Handbuch hören wollen oder das erste Aufeinandertreffen. Es wird abgestimmt. Die meisten sind für das erste Aufeinandertreffen.
Am dritten Tag, kam der Verleger zum Überraschungsbesuch. Daraus liest Caroline Wahl vor. Im Übrigen mag er Überraschungsbesuche. Auch die Brezen-Thematik, wird aufgegriffen. Ivana ist die erste Assistentin. Quirlig, verzettelt, unstrukturiert und zu laut. Die Jutebeutel voller Arbeit. Das wusste Charlotte noch nicht, hätten sie ihm abnehmen sollen.
Oh man, das würde mich persönlich nerven. Vorallem wenn er nicht mehr weiß, was er genau wollte. Ich mag den Verleger nicht, das ist mal sowas von klar.
Die ersten Begegnungen von Verleger und Charlotte zu schildern, war oft ganz lustig. Den Verleger und seine seltsamen Verhaltensweisen. Es wird aber nach und nach immer ekliger. Immer mehr kleine Grenzverletzungen kommen vor. Caroline Wahl fragt sich dann, wenn sie in Lesungen darüber berichtet, das sie sich fragt ob es wirklich so schlimm war, was er getan hat.
Sie hat gerade in diesem Moment, eine neue Zusammenfassung gefunden, um kurz zu beschreiben, was den Verleger so schlimm macht. Der Verleger ist, in ihren Augen eine ganz moderne Figur, weil er ganz genau weiß welche Grenze er nicht überschreiten darf. Charlotte muss zum Beispiel zu ihm nach Hause kommen. Wo sie bis spät abends im Keller mit ihm arbeiten, sie muss ihm Sekt in Tassen servieren, damit die Anderen nichts mitbekommen. Und noch vieles mehr. Doch sie hält durch, auch wenn es sie kaputt macht.
Eine allwissende Erzählstimme hat sich gemeldet. Sich aufgedrängt. Sie mag Texte die mit einer Distanz spielen. Die den Erzählprozess verschriftlichen. Sie hätte diese Erzählstimme gebraucht. Um zu verstehen, warum Charlotte bleibt. Sie formulierte diese Zweifel aus. Der Lektor fand es gut.
Manche mögen die Erzählstimme, manche hassen sie. Wenn man sie hasst, hasst man sie für immer.
Sie liest die Erzählstimme vor zirka S. 110 ab. Was passiert. Warum passiert es. Novelle oder Roman? Wie geht es weiter? Es geht ums Ganze, um die Verhältnisse.
Caro Wahl meint, das es Spaß gemacht hat mit der Erzählstimme zu spielen. Kommentare vom Lektor einzubinden. Das Innere von Charlotte, sollte mehr in den Vordergrund treten.
Sie berichtet noch das sie bei Presseterminen gesagt hätte, bei 22 Bahnen gar keine Liebesgeschichte erzählen wollte. Das es eigentlich um die 2 Schwestern gehen sollte, die sich emanzipieren. Dann auf dem Block, plötzlich Viktor stand, und mit ihm sich eine Liebesgeschichte reingemogelt hat. gegen die sie sich nicht wehren konnte, was natürlich gelogen war. Sie liebt Liebesgeschichten, sie schreibt gerne Liebesgeschichten. Sie wüsste nicht, was sie damit wegkompensiere. Ist auch so dumm, sagt sie.
Nachdem es Charlotte immer schlechter geht, dachte Caroline Wahl eigentlich fehlt noch eine Liebesgeschichte. Wie wäre es mit etwas Leichtigkeit. Liebe passiert halt. Ein blonder junger Mann lächelt sie an. Dieser läuft jeden Morgen, ihr über den Weg. Die Erzählstimme übernimmt wieder.
Bo und Charlotte kommen sich näher. Wird nun alles gut? Ist er real?
Als sie endet, klatschen wir alle tosend Beifall. Großartig! Sie liest anders, ihre Art zu schreiben ist anders, aber genau das hat mich neugierig gemacht.
Wir klatschen lange, sehr lange.
Danach signierte die Autorin noch die Bücher, die es beim Büchertisch vom Vaihinger Buchladen zu kaufen gab, oder mitgebracht wurden.
Meine Meinung: Charlie soll zu Tante und Onkel ziehen. Dort lernt sie Howard Odom kennen. Er ist ein Mensch, der nicht aufgibt. Er lässt Charlie nicht in Ruhe. Obwohl diese davon überzeugt ist, bald wieder nach Hause zu fahren. Mit viel Geduld und Hartnäckigkeit, gewinnt er ihre Freundschaft.
Obwohl Charlie, sich gegen alles wehrt. Bockig ist. Sie verletzt Howard mit Worten. Doch ihn scheint das nicht zu kümmern. Gemeinsam fangen sie Wish. Was oder wer das ist, findet gern heraus. Es geht hoch her im Hause Odom. Da sind noch die Brüder Dean, Cotton der jüngste, Burl der älteste und Lenny.
Bertha und Gus sind so froh, Charlie bei sich zu haben. Es fühlt sich harmonisch an. Liebevoll nennt Gus, Charlie Butterbohne.
Jackie, die Schwester von Charlie, kommt dann irgendwann zu Besuch und freut sich über den tollen Ort, das tolle zu Hause, das Charlie jetzt hat. Sie beneidet sie sogar, was Charlie überhaupt nicht versteht.
Beider Mutter kommt nicht auf die Füße. Ist sehr egoistisch, in meinen Augen. Klopper ihr Vater ist im Gefängnis. Jackie besucht ihn ab und zu.
Kann es sehr gut verstehen, das Charlie eine andere Umgebung benötigt. Die Autorin, bringt die Wut, den Trotz und Unverständnis von Charlie gut rüber. Wie soll man das als Kind überhaupt verstehen.
Mein Fazit: Ein Mädchen zieht um, versteht es noch nicht. Will es nicht verstehen. Wehrt sich. Das Einzige was ihr hilft, ist das Wünschen. Es ist dieser Funken Hoffnung, der so ausgedrückt werden soll. Das gelingt gut. Auch Freundschaft und die langsame Eingewöhnung tut ihr übriges. Außerdem gibt es noch jemand, der positive Auswirkungen auf Charlie hat. Eine solche Situation, sollte kein Kind erleben müssen. Allerdings hat Charlie viel Glück. Gus und Bertha sind große Klasse.
Bevor Denis Scheck die Bühne begibt, begrüßt uns Julia Furmanczyk mit den Worten: Guten Abend liebes Publikum, liebe Büchermenschen. Ich begrüße sie ganz herzlich, heute Abend im Haus der Wirtschaft.
Sie offenbart uns noch einige interessante Hintergrundinformationen, zum Börsenverein des deutschen Buchhandels. Sie sind der Verband für Buchhandlungen und Verlage, berichtet sie. Davon gibt es ganze 800 in Baden-Württemberg. Sie setzen sich ein, für Leseförderung und die Freiheit des Wortes. Denn darauf baut unsere Demokratie auf, die wir verteidigen müssen, spricht sie einen sehr wichtigen Aspekt an. Die Stuttgarter Buchwochen finden dieses Jahr zum 75. Mal statt. Noch vier Tage läuft die Ausstellung und tolle Veranstaltungen warten auf die Interessierten. Sie weist auf den Büchertisch von Osiander hin, auf dem die besprochenen Bücher warten, gekauft zu werden.
Mit großem Applaus betritt nun Denis Scheck die Bühne. Er verspricht uns, eine literaturkritische Tour durch die Neuerscheinungen des Jahres 2025 zu bieten. Im literaturkritschen Schweinsgalopp, wird er uns seine Lieblingsbücher vorstellen. Die literaturkritische Praxis, ist nicht davon gezeichnet das er, jedes Buch lobend erwähnen würde, das ist nur an diesem Abend der Fall. Es erscheinen rund 80.000 Bücher im Jahr. Viele von denen sind in seinen Augen, nicht einen Pfeifendeckel wert.
Er erinnert sich, als er seine kleine literaturkritische Familiensendung Druckfrisch in der ARD begann, da begann er auch die Top Ten der Spiegel Bestsellerliste zu besprechen. Das macht er seit 23 Jahren. Für ein Buch ließ er sich die Formulierung einfallen: Wäre dieses Buch ein Pferd, man müsste es erschießen. Unvergessen auf dieser Spiegel Bestsellerliste ist ihm auch ein Sachbuch, von dem früheren Nationaltorhüter Oliver Kahn, wir hätten uns ja dafür entschieden lieber ins Haus der Wirtschaft zu den Stuttgarter Buchwochen zu kommen, das Champions League Spiel von Bayern München daraufhin wohl eher sausen zu lassen. Jedenfalls, Oliver Kahn früher Torhüter bei Bayern München und in der Nationalmannschaft, schrieb ja auch eine Autobiografie, die den unsterblichen Satz enthält: Die Trennung von meiner Frau, hat nichts mit ihrer Person zu tun. Schallendes Lachen im Publikum.
Wegen solcher Aussagen, müsste er die Bücher die auf der Spiegel Bestsellerliste tatsächlich von A – Z lesen. So was findet man meist ganz hinten. Das ist ein Satz, ein Ausdruck eines großen psychischen Leidensdrucks des Verfassers, so Denis Scheck. Einem Ghostwriter wäre ein solcher Satz, niemals unterlaufen.
Aber gelegentlich bringe ihn die Besprechung dieser Spiegel Bestsellerliste in Verdrückung, wie er es ausdrückt. Er wohne ja in Köln, ist zwar in Stuttgart geboren und aufgewachsen, hat die Stadt mit 19 Jahren verlassen. Zu seiner Nachbarschaft in Köln, zählt auch eine Autorin. Er hat versucht, sich lange mit ihr zu vertragen, aber sie haben seit vielen Jahren Krach. Es sei so eine typische Maschendrahtzaun-Geschichte. Wir müssen lachen.
Sie sei auch noch fast seine direkte Nachbarin. Sein Hund hätte, ihren Hund ins Ohr gebissen. Da musste er ihr eine Flasche Champagner schicken.
Natürlich, ganz unvermeidlich, tauchen ihre Bücher eben auch auf der Spiegel Bestsellerliste auf, da könnte er sich auch nicht drücken. Neulich, als sie mit einem Titel ganz vorne stand, fiel ihm beim Joggen die Formulierung ein: Elke Heidenreich braucht niemandem mehr beweisen, wie klug sie ist. In ihrem neuen Buch, verzichtet sie auch deshalb ganz darauf.Erneut schallendes Gelächter.
So war er einigermaßen aus dem Schneider. Das sind nun die Bücher, die ich ihnen weniger empfehlen möchte. Aber es ist einfach so, wenn man als Literaturkritiker in Deutschland, vor dieser Vielzahl von Büchern steht. Muss man bekennen, lesen kann man die nicht. Im maximal Fall kann er 150 bis 180 Bücher tatsächlich lesen (finde ich enorm).
Zum Glück gäbe es da auch Bücher, die nicht unbedingt nach literaturkritscher Behandlung schreien. Aber was ihm auffällt in Gesprächen über Bücher. Die Stuttgarter Buchwochen, wären ja nichts anderes als ein solches Gesprächsangebot, das ihm der Inhaltismus viel zu sehr Triumph feiert. Er erklärt was Inhaltismus ist. Es ärgere ihn immer wenn er in der Zeitung, Radio und Fernseher literaturkritische Beiträge lese, höre, sehe die im Grunde nur aus der Nacherzählung der Handlung bestehen. Als Literaturkritiker, wäre ihm wichtig das Wie zu ergründen. Die Esthetik. So leitet er zu der Bücherliste des Abends über.
Nicolas Mahler: Thomas Mann vs Stephen King, Thomas Mann vs. J.R.R. Tolkien
Er liest uns Thomas Mann vs Stephen King komplett vor. Erklärt uns auch, warum dies eine literturkritische Sichtweise ist, die er sich wünscht.
Eine Art und Weise sich im literaturkritischen Durcheinander, im Tohuwabohu der Neuerscheinungen zu orientieren, in dem man auf die Preise achtet. Der wichtigste internationale Preis, ist sicher der Literatur-Nobelpreis.
László Krasznahorkai sei ein wunderbarer, ungarischer Autor. Michael Naumann, der erste Kulturstaatsminister den wir hatten, und früherer Rowohlt Verleger sagte einmal Wenn ein deutscher Verlag vor der Pleite steht und nicht mehr weiter weiß, entdeckt er irgendeinen ungarischen Autor und rettet sich so vor dem Bankrott. Erheitertes Lachen aus dem Publikum. Denis Scheck offenbart, das er das Buch Herscht 07769 liebe. Der Autor ist quasi ein Enkel von Thomas Berner. Das merke man schon am Motto des Romans.
Dieser besteht aus einem Satz: Die Hoffnung ist ein Fehler.
Wir wüssten vielleicht, Franz Kafka sagte zu Max Brod, als dieser fragte, ob es denn keine Hoffnung gäbe. Ach doch Hoffnung gibt es in unendlicher Menge, nur nicht für uns.
Gemeinsam mit ihm, seien Péter Esterházy und Péter Nádas die unumstrittene literarische Trias dieses Landes.
László Krasznahorkai: Herscht 07789
Als ein Fassadenreiniger, der nicht die hellste Kerze auf der Torte ist, den Begriff der Antmaterie aufgeschnappt hat, deshalb Briefe an Angela Merkel schreibt. Die zur Spielzeit des Romans Kanzlerin ist, um sie vor der Ausdehnung der Antimaterie, insbesondere in Ostdeutschland zu warnen. Als Physikerin, wird sie damit was anfangen können. Das ist aber gleichzeitig ein wunderbarer Statusbericht, über den Zustands Ostdeutschlands. Davon hat der Autor, der lange in Berlin lebte und immer noch lebt, eine Ahnung.
Preisträger 2026: László Krasznahorkai: Baron Wenckheims Rückkehr
Den zweiten Eindruck von seinem Werk, würden wir in seinem Werk Baron Weckheims Rückkehr bekommen. Die Antwort auf Friedrich Dürenmatts Der Besuch der alten Dame. Da kommt ein Baron in sein ungarisches Heimatstädtchen zurück, der vielen Jahre und Jahrzehnte ausgewandert ist, nach Südamerika. Nach Argentinien, um genau zu sein. Dort angeblich stinkreich wurde. Alle warten auf dessen Rückkehr und ein Teil dessen abzubekommen. Wir als Leserinnen und Leser, wissen das er nichts besitzt. Was das satirische Leseerlebnis sehr steigert.
Herr Scheck geht konform mit der Entscheidung, Autor László Krasznahorkai den Literaturnobel-Preis zuzusprechen. Er hätte es absolut verdient.
Der kommerziell wichtigste Literaturpreis ist aber, der des Börsenverein des deutschen Buchhandels verliehene Deutsche Buchpreis. Der renommierteste deutschsprachige Literturpreis ist der Georg Büchner Preis, ging diesmal ging an Ursula Krechel. Sie schreibt Lyrik, stellen sie sich das mal vor, sagt Denis Scheck. Er betont aber auch, das sie Romane schreibe. Ansonsten bekommen es immer Leute, die die Kassen nicht so richtig klingeln lassen. Deshalb versuchte man einen Preis zu installieren, der nur an dicke fette Romanschweine geht, so seine Aussage. Außerdem das Weihnachtsgeschäft so richtig ankurbeln sollen. Es ist anscheinend so gelungen, resümiert er. Jetzt man allerdings eine sehr ehrgeizige Entscheidung getroffen, mit Dorothee Elminger eine schweizer Autorin.
Dorothee Elminger: Die Holländerinnen
Ihr Roman Die Holländerinnen. Das ist ein Roman, wenn wir mal von einem schmalen Büchlein, so richtig bis ins Mark erschüttert werden wollen und eine wahnsinnige Angst uns eingejagt werden soll, dann seienn wir mit den Holländerinnen, absolut richtig. Dorothee Elminger sei eine große Sprachmeisterin, in indirekter Rede verfasst. Sie erzählt von einer Autorin, die ein Erlebnis hatte. Ein internationaler Regiestar meldet sich bei ihr, über Handy und lädt sie ein zur Mitwirkung an seinem nächsten Projekt. Man könnte da an Werner Herzog oder Milo Rau denken. Einer von denen die wirklich in die vollen gehen. Der ein Ensemble hat von Mitverschworenen hat. In seinem nächsten Projekt, geht es um eben diese zwei Holländerinnen. Die in einem Urwald in Panama, verschwunden sind. Man hat Jahre später, ihre Skelette gefunden. Die Frage gilt es in dem Roman zu beantworten, was ist mit diesen Frauen geschehen. Die Autorin lässt sich darauf ein, die Leserinnen und leser erfahren aber von diesem Erlebnis in Form von Vorträgen vor Studenten. Sie hat aber ein Problem, mit dieser Erfahrung kommt sie nicht klar. Sie könne nur ihr Scheitern mit den Studenten teilen. Sie erzählt also, was sie dort erlebt hat.
Anja Kampmann: Die Wut ist ein heller Stern
Sehr begeistert ist er von Anja Kampmann, die man auch als Lyrikerin kennt. Sie hat einen Roman angesiedelt 1930 in Hamburg. Diese Stadt, eigentlich sehr kommunistisch mit einer riesigen Arbeitertradition, verwandelt sich über Nacht in eine Nazi-Kapitale. Sie hat eine Heldin in diesem Roman. Ihr Name ist Hedda, sie hat sich selbst aus der prekären Lage ihrer Kindheit gezogen. Wurde Artistin in einem Varieté, auf der Reeperbahn. Sie hängt an einem seidenen Band unter der Decke, unter ihr zwei gefährliche Kaimane. Außerdem hat sie noch zwei Brüder, einen behinderten auf den sie aufpasst und durchbringen muss. Ihr anderer Bruder, macht eine Ausbildung zum Schmied. Herr Scheck findet diesen Roman bemerkenswert, denn er wird aus einer feministischen Perspektive erzählt.
Katarina Poladjan: Goldstrand
Die russische Autorin lebt in Berlin. In Goldstrand erzählt sie einen Roman, der mit einer sensationellen Szene beginnt. Ein Dampfer ist unterwegs von Odessa nach Istanbul. Eine blendend aussehende Frau, anfang 20, springt mitten in der Nacht über Bord. Man findet sie nicht mehr. Ihr Vater und ihr Bruder entschließen sich, den ganzen langen Weg von Istanbul beginnend, zurück zu laufen. Um an den Küsten eine Nachricht von der Vermissten zu finden. In einer psychologischen Sitzung erzählt ein Regisseur von seinen artistischen Trieben. Seiner Produktivität. Er hat einen Film über die Tante gedreht. Befindet sich aber in einer Krise. Es ist eine Hommage an das europäische Kino. Ein wunderbarerer Roman, der hauptsächlich in Rom spielt. Goldstrand ist ein echtes Juwel. Wenn man sich für Literatur und Kino interessiert, wird einen dieses Buch begeistern.
Angela Steidele: Ins Dunkel
Dieser Roman ist auch großes Kino. Eigentlich ist die Spezialität von Angela Steidle Geschichte und Historie. Es geht um zwei der berühmtesten Frauen des 20. Jahrhunderts. Diese hat die Autorin als Protagonistinnen auserwählt. Marlene Dietrich und Greta Garbo. Die Leitfrage dieses Romans, in dem auch Erika Mann die Tochter von Thomas Mann eine Rolle spielt, hatten die was miteinander. Sie trägt so viele Indizien bei, hat aber eine sehr schlaue Art nicht als Voyeurin, lesbischen Begehrens dazustehen, in dem sie sich selber mit ins Spiel bringt. Sie erzählt die Geschichte so vergnüglich, so grandios das es gleichzeitig eine Hommage an das Hollywood Kino ist. Man hat unbändige Lust sich mit Marlene Dietrich und Greta Garbo zu befassen. Die großen Filme zu sehen, überhaupt wieder ins Kino zu gehen. Es ist großes Kopfkino, fasst er es zusammen.
Hanns-Josef Ortheil: Schwebebahnen
Hanns-Josef Ortheil hat seine Familiengeschichte, die ja wahrlich Stoff genug zum Erzählen bietet, in vielen Romanen schon ausgebreitet. Seine Familie kommt aus dem Westerwald, lebte in Köln war davon gekennzeichnet, das sie in und unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg vier Brüder in jungen Jahren verlor. Er war das fünfte Kind. Darauf verfiel die Mutter ins Schweigen und er mit ihr. Sein Schreiben ist sein Kampf um Sprache. Sein Vater war Vermessungsingenieur bei der Eisenbahn. Ist dann umgezogen, von Köln nach Wuppertal. Davon erzählt er in Schwebebahnen. In Wuppertal lernt Hanns-Josef eine Freundin kennen Mücke mit Namen. Sie stammt ab von einem deutschen Vater und sizilianischen Mutter. Ein Feinkostgeschäft nennen sie ihr eigen. Es ist also die deutsche Wirtschaftswundergeschichte schlechthin.
Marianne Ludes: Trio mit Tiger
Absolut begeistert hätte Denis Scheck auch das Buch von Marianna Ludes. Es ist ihr erster Roman. Eine Geschichte über Max Beckmann, den wir hier in Stuttgart kennen. Weil er hier in Stuttgart viele große Bilder hängen hat. Er hatte Verwandtschaft in Holland, weshalb er 1937 mit seiner Frau Margarete von Kaulbach genannt Quappi immigriert. Ein interessierter Mann und Nazi namens Göpel, ist also im Sonderauftrag unterwegs um Werke zu erwerben vom Künstler selbst. Für ein Museum das man für den Führer bauen lassen wollte. Keine geraubten Gemälde. Göpel war studierter Kunsthistoriker und dem Max Beckmann sehr zugetan. Als er nach Holland kommt, möchte er dem Künstler nahe sein. Das Trio besteht deshalb aus Beckmann (Tiger), die Ehefrau und Göpel. Göpel geht enorme Risiken für Beckmann ein, sondern er schmuggelte Bilder nach Deutschland ein, so das Beckmann überleben konnte. Hat ihn auch vor der Einberufung geschützt. Außerdem zehn jüdische Freunde von Beckmann gerettet. Deshalb ist die Frage, kann es einen guten Nazi geben, das gibt es natürlich nicht. Er erzählt von der Rache der Kunst am Leben. Wie souverän man sowas erzählen kann, das macht Marianne Ludes so schnell keiner nach.
Martin Mosebach: Die Richtige
Wenn es heute einen lebenden Nachfahren in der Erzählkunst von Thomas Mann gibt, dann kann Denis Scheck nicht umhin mit Martin Mosebach zu antworten. Er wäre nach seiner Meinung, auf der höhe seiner Kunst. In dem Roman Die Richtige, erzählt er von einer unglaublichen Sauerei. Da gibt es einen Künstler der Weltruhm hat. Ein Frankfurter und er hat eine Entourage um sich geschart, in seinen Anfangsjahren in denen er noch nicht berühmt war. Mit diesen reist er nach Venedig. Erzählt ihnen in der Anfangsphase, was er von der venezianischen Kunst Tradition hält. Diese Anfangskapitel seien so unglaublich schlau und klug, berichtet Denis Scheck, das es ein halbes kunsthistorisches Studium ersetzen würde. Ganz wunderbar. Er erzählt von einem hessischen Mittelständler. Dieser hat ungefähr elftausend Beschäftigte. Werke in China. Autozulieferer. Ein Brüderpaar. Einer ist verheiratet und die Ehefrau möchte eine Ehefrau für den Bruder finden, der noch ledig ist. Deshalb ist sie auf der Suche, nach der Richtigen. Leider interessiert sich auch der Künstler für diese Frau und demaskiert sich bald, wie es Denis Scheck ausdrückt, als unglaubliches Charakterschwein.
Wolf Haas: Wackelkontakt
Ist berühmt geworden, mit seinen Brennerromanen. Sie gehen immer mit dem Satz los, jetzt ist schon wieder was passiert. Ganz köstliche Kriminalromane. In diesem Roman Wackelkontakt hat er eine Idee in Romanform umzusetzen. Er erzählt von einem österreichischen Grabredner, der ein Hobby hat. Nämlich Puzzle, mit abendländischer Kunstgeschichte. Berühmte Bilder. Er liest aber auch gerne. Im Moment von einem Aussteiger, aus der italienischen Mafia. Dieser widerrum liest auch gerne und zwar gerade über einen Begräbnisredner in Wien, der in seiner Freizeit gerne puzzelt. So lesen beide voneinander. Man kann als Leser / Leserin nicht mehr unterscheiden. Was ist Real, was Fiktion, was ist Roman im Roman, was ist erzählte Wirklichkeit. Ein großes Lesevergnügen, meint Denis Scheck abschließend.
Heinrich Steinfest: Das schwarze Manuskript
Heinrich Steinfest war lange in Stuttgart ein Gesicht der Protestbewegung gegen Stuttgart 21. Hier in dem Buch schreibt er über einen Kölner Unternehmer der in seinem Swimmingpool, lustigerweise in der gleichen Ecke in der Elke Heidenreich und ich wohnen, erzählt Denis Scheck lächelnd, in einer Villa wohnt und dort seine frühmorgendlichen Runden dreht. Plötzlich tauchen einige Mafiosi auf und vertrimmen den. Sie wollen ein Manuskript von vor 40 Jahren. Natürlich ist man dann gespannt, was in diesem Manuskript steht. Davon handelt der Rest dieses Buches.
Christian Kracht: Air
Am meisten beeindruckt ihn Christian Kracht, der sich Buch um Buch neu erfindet. Nun erzählt er von einem Innenarchitekt. Der einen merkwürdigen Designauftrag erhält. Für ein Rechenzentrum das dann durch einen Sonnensturm, in eine Fantasywelt transportiert wird. Dort mit der Hilfe eines kleinen Mädchens, gegen einen übel gesinnten Herzog kämpft. Fragen sie mich nur nicht, was das alles bedeuten soll, merkt Denis Scheck an. Da gibt es viele Interpretationen, die er uns anbieten könnte. Aber auf so hohem literarischem Niveau eine so enorme Sprachkraft zu entfalten, wie Christian Kracht das mache ihm so leicht keiner nach. Seiner Meinung nach, ist der schweizer Autor in Richtung Stockholm und Literaturnobelpreis unterwegs.
Elisa Hoven: Dunkle Momente
Elisa Hoven ist Juristin, die höchste sächsische Verfassungsrichterin und ihr war langweilig. Sie meinte was Ferdinand von Schirach kann, kann ich schon lange. Sie erzählt ein paar juristische Fallgeschichten. Es beginnt mit einem perfekten Mord, an einem schlechten Schriftsteller. Ist doch klar, sagt Denis Scheck, das ihm dieser Krimi gut gefallen hat. Die Protagonistin ist eine Anwältin, die hat mehrere solche Fälle. Es wäre zwar kein Kracht aber sie mache das doch sehr sehr gut und sehr vergnüglich.
Annett Gröschner: Schwebende Lasten
Annett Gröschner hätte ihn beeindruckt mit Literatur der Arbeitswelt. Ihre Protagonistin erlebt die Kaiserzeit, Weimarer Republik, Nazi Zeit und die DDR. Sie beginnt als Blumenhändlerin. Mit mitte zwanzig 4 Kinder hat. Dann in der DDR zur Kranführerin umgeschult wird. Daher auch der Titel: Schwebende Lasten. Sie hat nur ein Ehrex, anständig bleiben. Wie das gelingt erzählt die Autorin sehr eindrucksvoll.
Christine Wunnike: Wachs
Zum dritten Mal nominiert und wieder ging sie leer aus, für den deutschen Buchpreis. Christine Wunnike ist eine wunderbare Erzählerin. Er hätte sie schon drei Mal in Druckfrisch vorgestellt im Interview, wenn sie nicht so unglaublich schlau wäre. Medienauftritte lehnt sie ab. Sie macht auch, so glaubt Denis Scheck, keine Lesungen. Deshalb ist es auch ein bißchen schwer, interessierte Leserinnen und Leser für ihre Romane zu finden. Dies ist ein historischer Roman. Sie erzählt von der talentiertesten Anatomin des 18. Jahrhunderts. Die in Frankreich lebt. Es beginnt damit das sie schon als junges Mädchen, in die Polizeiwache stürmt und eine Leiche haben möchte. Ein Ansinnen, was als 12 jähriges Mädchen auch heute in einer Stuttgarter Polizeidienststelle, wohl etwas hochgezogene Augenbrauen ausgelöst hätte. Sie seziert diese Leichen, aber tastächlich in ihrem Kinderzimmer. Später hat sie eine lesbische Beziehung mit der talentiertesten Pflanzenmalerin. Diese Anatomin rettet sich dadurch, das sie die Organe, in Wachs nachbildet. Sie stellt diese in einem Privatmuseum gegen Eintritt in Paris aus. Die Leute sind hin und weg. Weil sie auf diese Weise, mal eine Lunge, eine Niere, ein Herz, eine Leber sehen können. Am Ende kommt Marie-Antoinette die sich so begeistert zeigt, das sie diese komplett für Versailles kauft. Das tolle an diesem Roman ist, es ist auch alles wirklich wahr, flüstert Denis Scheck. Nein natürlich nicht, lenkt er ein. Wir müssen lachen.
Thomas Melle: Haus zur Sonne
Thomas Melle war ebenfalls nominiert, für den Deutschen Buchpreis. Das ist schon das dritte Buch, das er über die Volkskrankeit Depression schreibt. Diesmal allerdings als Science Fiction Roman. Er habe ihn mit großem Respekt gelesen. Darin geht es um die Idee das austherapierte, schwerstdepressive Patienten das Angebot erhalten, in das Haus zur Sonne zu gehen. In das Sanatorium ihrer Träume, wo ihnen wirklich geholfen wird. Jeder Wunsch wird erfüllt. Sei er auch noch so bizarr. Allerdings müssen sie sich am Ende, das Leben nehmen. Ein satirischer Roman.
Jonas Lüscher: Verzauberte Vorbestimmung
Der Autor erzählt in Verzauberte Vorbestimmung, eine unglaubliche Geschichte. Die einen weiten historischen Bogen schlägt. Von den Loditen zu einer ägyptischen Gesellschaft im späten 21. Jahrhundert. Angesichts von KI stellt der Roman die Frage, wie wir mit technischer Innovation umgehen. Die uns und unsere Arbeitsplätze bedroht.
Ursula Poznanski: Erebos 3
Beim Thema KI, sind wir nun bei Ursula Poznanski in Erebos 3. Dies ist der dritte Roman über ein Computerspiel. Es kamen anfänglich sogar noch gebrannte CDs oder Disketten darin vor. Natürlich ist Erebos nun natürlich technisch evolutioniert. Jetzt geht es um eine KI. Das Spiel sucht seine Spieler selbst. Denis Scheck erklärt, er habe keinerlei Angst vor künstlicher Intelligenz, aber eine Scheißangst vor natürlicher Dummheit. Dieser Roman behandelt also der Frage nach ob die natürliche Dummheit uns mehr bedroht als KI. Weil sie das auf sehr vergnügliche und spannende Art und Weise macht, ist das in seinen Augen der seltene Fall eines geglückten Jugendbuches.
Andreas Eschbach: Die Auferstehung
Der nächste Beweis dafür, ist der großartige Andreas Eschbach. In seinem Buch Die Auferstehung. Wir Alle, glaubt er kennen Die drei ???. Er wäre mit den Drei ??? aufgewachsen. Er kannte die Lektorin Ursula Brendler persönlich. Der Autor schreibt nun ein Drei ??? Hommage – Roman. Über die erwachsen gewordenen Drei ???. Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, die sich seit vielen Jahren aus den Augen verloren haben. Aber ein mysteriöser Fall, eine Frau die angeblich jahrzehntelang im brasilianischen Regenwald verschwunden ist, führt Die Drei ??? wieder zusammen. Als literarisches Pastiche, hat ihn das sehr beeindruckt. Sehr schöne Unterhaltungsliteratur, schließt er seine Beschreibung.
Silke Scheuermann: Das zweite Buch der Unruhe
Natürlich gibt es auch die, die keine Zeit haben. Mit Kind und Kegel beschäftigt sind. Hier empfiehlt Denis Scheck die Lyrik. Denn was geht schneller, als ein Gedicht zu lesen. Der tollste Gedichtband den er dieses Jahr gelesen hätte, stammt von der Autorin Silke Scheuermann. Sie unternimmt in diesem Buch, ungewöhnliche, abenteuerliche Denkbewegungen. Er hat auch ein Lieblingsgedicht, mit dem Titel Gott hat schon wieder eine Ausstellung. Es kommt zwar harmlos daher, aber im Vatikan hat es sicher für Unruhe gesorgt.
Ilija Trojanow: Ein Glas voll Zeit
Ilija Trojanow ist seit dem Weltensammler einer der führenden deutschsprachigen Autoren. Er ist auch Sommelier. Dieser hat eine Affenliebe zu einem Winzer an der Mosel. Ihm hat er im Ein Glas voller Zeit, eine Hommage geschrieben. Heymann-Löwenstein heißt der Winzer, der geniale Rieslinge produziert. Wenn wir einfach den Vorsatz haätten, uns im nächsten Jahr ein bißchen niveauvoller zu besaufen, dann sei dieses Buch eine wundervolle Anleitung dafür.
Ré Soupault: Überall Verwüstung. Abend Kino.
Ein kleiner Blick noch in historischen Rückspiegel. Ré Soupault ist eine der wichtigsten Figuren des französischen Surealismus, allerdings Deutsche. Diese bricht mit einem wunderbaren Fahrrad mit Hilfsmotor, einem Velo Solex, 1951 zu einer fast 2000 km langen Reise auf. Die sie von Basel über Stuttgart, Heidelberg, München und so weiter führt. Spricht dort mit führenden Intelektuellen, mit Radio- und Zeitungsredakteuren. Sie sucht Aufträge. In Stuttgart lernt am Theater Darboven kennen und andere Stars. Findet ein Land vor, das noch verwüstet ist vom 2. Weltkrieg. Aber die Verwüstung am Seelenschatz, sind natürlich noch viel größer als die materiellen Verwüstungen. Die Autorin hat darüber ein wunderbares Tagebuch geschrieben hat, deshalb können wir das entdecken.
Georgi Gospodinov: Der Gärtner und der Tod
Georgi Gospodinov ist ein bulgarischer Autor, von dem in letzter zeit sehr viel die Rede ist. Er hat den Men International Booker Prize gewonnen, für einen Roman der hieß Zeitzuflucht. Wo er eine Migrationskrise beschreibt. Stellen sie sich vor, man hätte die Möglichkeit in andere Zeiten auszuwandern. Wir könnten uns entscheiden, in welchem Jahr wir leben möchten.
In Der Gärtner und der Tod setzt er seinem Vater, ein literarisches Denkmal. Das ist ein Roman über den verstorbenen Vater, der so eine Schweik Existenz im kommunistischen Bulgarien errichtet hat. Wie dieser Vater durch die Zeitenwende kommt und seine Familie da beschützt, das ist eine wunderbare Erzählung.
Nora Gomringer: Am Meerschwein übt das Kind den Tod
Das logische Pendant dafür, das ein Roman der sich im Moment so gut verkauft, gerade nicht lieferbar ist stammt von der deutschen Lyrikerin Nora Gomringer. Sie kennen vielleich Eugen Gomringer, den schweizer Lyriker den Vater der konkreten Poesie. Er findet den Titel den schönsten, den er seit langem gelesen hat. Also wenn ein Roman, das Niveau eines solchen Titels hält, dann handelt es sich um Weltliteratur. Das Schöne ist das Nora Gomringer nicht ihrem Vater, der dieses Jahr mit über 100 Jahren gestorben ist, dieses Buch widmet sondern ihrer Mutter. Das war eine Gestalt, die nicht minder prägend war. Die Literaturwissenschaftlerin Nortrud Gomringer, die ihr Leben natürlich geprägt hat. Es ist ein Buch auch einer nachgetragenen Liebe, aber auch ein Buch über Tod und Trauer das trotzdem urkomisch ist. Niemanden unbewegt lässt.
Gaea Schoeters: Das Geschenk
Was ihn in diesem Jahr am meisten beeindruckt hat, ist diese grandiose flämische-belgische Autorin Gaea Schoeters. Das sie wahnsinnig schlau ist, merkt man daran das sie sich in Stuttgart eine Eigentumswohnung gekauft hat. Wir müssen doch sehr lachen. Wahnsinn, was ihm in seinem ganzen Leben nicht gelungen ist. Der internationale Erfolg, hat ihr diese Mittel verschafft. Sie hat einen herrlichen Roman geschrieben. Stellen wir uns mal vor, es gibt den Präsidenten von Mosambik, glaubt er, der war sehr unzufrieden mit der CITES Verordnung der Europäischen Union. Die Angekündigt hat, das die Einfuhr von Elfenbein in die EU verboten ist. Der Präsident sagte daraufhin, und das ist real – es ging wohl durch die internationale Presse – Wir haben 100.000 Elefanten in Mosambik, können aber nur 80.000 ernähren. Wenn ihr das Elfenbein der überschüssigen 20.000 Elefanten nicht nehmt, schicke ich sie euch lebendig. Wahrscheinlich hatte er etwas zu viel getrunken, als er dieses Interview gab, vermutet Denis Scheck. Wir müssen kichern. Das meinte er natürlich als Satire, so Denis Scheck. Aber Gaea Schoeters, hat diese Satire in ihrem Roman in die Tat umgesetzt. Der deutsche Bundeskanzler erwacht nach einer Nachtsitzung im Bundeskanzleramt, durch ein merkwürdiges Geräusch. Tritt zähneputzend auf die Terrasse, des Kanzleramts und sieht mitten in der Spree einen Elefanten der säuft. Tatsächlich sind in der Bundesrepublik Deutschland über Nacht, 20.000 Elefanten aufgetaucht. Jetzt hat aber die Autorin, diese Geschichte einen Dreh weitergedreht. Nämlich die Tiere sind gefeit, durch einen Spruch eines afrikanischen Medizinmanns, man kann die nicht einfach erschießen. Sondern jeder der versucht, einen Elefanten zu töten, erscheinen zwei neue Elefanten. Das ist also nicht die Lösung. Jetzt muss die Bevölkerung lernen, mit 20.000 Elefanten zusammen zu leben. Wie reagieren wir darauf, die Politik? Es wird ein Elefantenministerium gebildet. Der Vater der Autorin, war ein sehr hochrangiger Politiker in Belgien. Sie hat also am Frühstückstisch, Einblicke aus erster Hand in den internationalen Politikbetrieb erhalten. Wenn wir irgendwas über den Berliner Politik Betrieb erfahren möchten, wäre das unser Buch.
Chloe Dalton: Hase und ich
Er war wildbegeistert, von Chloe Daltons Hase und Ich. Es sei ein wunderbares Beispiel ist, für die großartige britische Tradition des nature writing. In der Geschichte, wird erzählt von einer Politikberaterin die in der Pandemie, ihren Job in der City erstmal an den Nagel hängen. Sich zurück zieht, in ihr Haus im Süden von England. Dort auf die sehr, sehr schlechte Idee verfällt ein verwaistes Hasenbaby zu adoptieren. Sie lebt als ungefähr zwei jahre, mit einem Feldhasen zusammen. Warum das eher eine schlechte Idee ist, das erzählt sie sehr ausführlich. Dieses Buch schafft es ohnejeden Anflug von Kitsch, ohne jede Sentimentalität. Einem wirklich die Augen neu zu öffnen, für die Natur die uns alle umgibt. Das mit einer Zärtlichkeit und Intelligenz die er selten in der Literatur im Sachbuchbereich vorgefunden hat. Man könne sich das Buch über Generationen hinwegreichen. Das dürfte, nach seiner Meinung unter keinem Weihnachtsbaum fehlen.
Peter S. Beagle: Ich fürchte, ihr habt Drachen
Wir bleiben bei diesem bemerkenswerten Stuttgarter Verlag. Wie heißt er nochmal, fragt er nicht ganz ernst gemeint, in die Runde. Ach ja, Klett Cotta. Der Verlag liegt ihm sehr am Herz, weil er mit Fantasy-Literatur sozalisiert wurde. Es ist der Verlag von J.R.R. Tolkien. Tolkien hätte mal den Spruch geprägt: Die einzigen die etwas gegen Eskapismus haben, sind die Gefängniswärter. Von solchen Gefängniswärtern, wimmelt es natürlich in Deutschland immer noch. Nur heißen die inzwischen Deutschlehrer, Germanistikprofessoren oder sogar Literaturkritiker. Er liebe eskapistische Literatur. Wie sie Peter S. Beagle zum Beispiel schreibt. Der Autor von Das letzte Einhorn. Er findet die Verfilmung des Buches kitschig, was der Autor so gar nicht wäre. In dem Buch Ich fürchte, ihr habt Drachen immaginiert er ein Königreich mit Namen Bellemontagne. In diesem Königreich sind Drachen, auf die Größe von Hausschaben heruntermutiert. Es gibt dort einen Drachenjäger, der ist aber defacto ein kammerjäger. Es gibt aber auch eine wahnsinnig gut aussehende Prinzessin, die überdies auch noch schlau ist. Deshalb ist diese Ziel von allen dahergelaufenen Prinzen, der übrigen Königreiche. Sie ist von den Prinzen, aber wahnsinnig genervt. Bis irgendwann der richtige Prinz daher kommt. Er sieht blendend aus, schwer reich leider aber wie wir Leserinnen und Leser innerhalb weniger Kapitel feststellen müssen, wahnsinnig dumm. Trotzdem scheint er das Herz der Prinzessin zu erobern, ja bis plötzlich ein richtiger Drache auftaucht. Dieser dumme Prinz ist doch nur nach Bellemontagne gekommen, um erstmal die Hand der Prinzessin zu erobern, aber eben dort auch, das gehört einfach dazu seinen Drachen zu erschlagen. Das macht man natürlich gerne, da wo die Drachen groß wie Hausschaben sind. Jetzt ist er aber da gefordert, genau wie unser Drachen bzw. Kammerjäger, der auch ein Auge auf die Prinzessin geworfen hat. Wie das ausgeht, sollen wir selbst in diesem enorm vergnüglichen unterhaltenden Fantasyroman, für uns herausfinden.
Ian McEwan: Was wir wissen können
In der internationalen Literatur müsse er uns eigentlich nicht mehr erzählen, das Ian McEwan der Britezur allerersten Garde gehört. Er hat einen sehr schönen Roman geschrieben. In diesem Roman, erzählt er die Geschichte die im Jahr 2114 spielt. Da hat ein kleiner thermonuklearer Zwischenfall mit einem russischen Atomsprengkopf im Atlantik dafür gesorgt, dass das Vereinigte Königreich jetzt aus einem Inselarchipel besteht. Von vielen hunderten von Inseln und technologisch auf dem Stand des 18. Jahrhunderts zurück gefallen ist. Deutschland ist Teil des Großrussischen Reiches, von dem spricht eigentlich keiner mehr. Unser Erzähler ist ein Literaturwissenschaftler, der gebannt ist von einem Langgedicht das leider verschollen ist. Dieses Gedicht spielt in unserer Gegenwart. Der ganze Roman ist eine nostalgische Erinnerung, wie schön es einmal früher war. Ein Roman der uns tatsächlich Augen öffnen kann, für das was wir an unserer Gegenwart haben.
Percival Everett: Dr. No
Der amerikanische Autor Percival Everett wird immer beliebter, weil er viele satirische Romane geschrieben hat. In James beispielsweise, hat er eine Korrektur von Huckleberry Finn von Mark Twain vorgelegt. In Dr. No, eine hinreißende Satire auf Ian Flemmings James Bond Romane. Dr. No ist ein Mathematiker der eine Spezialität hat, nämlich sein Spezialgebiet ist das Nichts in der Mathematik. Ein amerikanischer dunkelhäutiger Milliardärmöchte Fort Knox überfallen, weil dort das Nichts die schrecklichste Waffe der Welt aufbewahrt wird. Dazu braucht er aber, diesen Mathematiker. Ansonsten könne uns Denis Scheck versprechen, werden alle James Bond Träume in diesem band wahr. Es spielt auf Unterseebooten, Privatjachten, Überschallflugzeugen mit vielen Actionszenen. Percival Everett ist ein mit allen Wassern der Postmoderne gewaschener Autor, da bleibt kein Auge trocken. Er macht sich sehr lustig, über dieses Genre des Agenten-Romans.
Maddalena Fingerle: Mit deinen Augen
Maddalena Fingerle ist eine italienische Autorin die in Deutschland lebt, aber italienisch schreibt. Mit deinen Augen war ein Roman, der ihn sehr bewegt hat. Da wird eine Frau von ihrer Freundin verlassen. Diese beschließt daraufhin, sich in diese Freundin zu verwandeln. Also ohne Kosten und Mühen zu scheuen. Sie schmeißt alle ihre Möbel raus, kauft nur noch Möbel wie die Freundin sie besessen hat. Verabschiedet sich von allen ihren Kleidern, baut sich auch körperlich in diese Freundin um. Versucht so in diese Haut zu schlüpfen. Eigentlich ist dieses schöne Unternehmen Literatur, nichts anderes als ein Versuch in die Haut eines Anderen Menschen zu schlüpfen. Das weiß natürlich Maddalena Fingerle und spielt mit dieser Idee. Auf ganz engem literarischem Raum. Es ist im Grunde, eine Familiengeschichte. Diese lebt in München, sind Italiener aus der absoluten Oberschicht, die sich da selbstständig gemacht haben. Spielt dieses Spiel: Wie kann man sich denn, in das Leben eines Anderen wirklich versetzen. Wo sind da die Grenzen. Wie definiert unsere Identität, uns in unserem Leben. Das sind die Fragen, dieses Romans. Die dieser auch in sehr schlauer Art und Weise auch beantwortet.
Abdulrazak Gurnah: Diebstahl
Er hätte begonnen mit dem Literatur-Nobelpreis, deshalb möchte er auf der Schlusskurve nochmals auf den zu sprechen kommen. Abdulrazak Gurnah, ein in Sansibar geborener britischer Autor hat jetzt nach dem Literatur-Nobelpreis einen neuen Roman vorgelegt, den er für absolut großartig hält. Diebstahl heißt er. Er erzählt von drei jungen Menschen, die in Ostafrika in Tansania versuchen ein leben für sich aufzubauen. Es ist eine Geschichte über Neokolonialismus. Eine Dreiecksgeschichte, die er mit einem bemerkenswerten modernen Twist erzählt.
Michael Sommer und Stefan von der Lahr: Die verdammt blutige Geschichte der Antike – ohne den ganzen langweiligen Kram
Noch ein kurzer Blick ins Sachbuch. Stefan von der Lahr war der legendäre Lektor von C.H.Beck, der dafür gesorgt hat, dass das historische Sachbuchprogramm von C.H.Beck seit 30 – 35 Jahren unglaubliches Niveau erhalten hat. Er ist jetzt in Rente gegangen, und hat sich einfach den Spaß erlaubt ein Buch zu schreiben, mit dem barocken Titel Die verdammt blutige Geschichte der Antike ohne den ganzen langweiligen Kram. Gemeinsam mit dem Alt-Historiker Michael Sommer. Dieses Buch provoziert sofort die Frage, darf man das. Darf man so unverschämt kurzweilig, so amüsant und so an die niedrigsten Instinkte eines blutrünstigen Publikums apellierend, die Geschichte der Antike erzählen. Er ist wirklich der Überzeugung, man darf nicht nur, man muss. Die Autoren seiner Kindheit, die ihn für Geschichte begeisterten waren Autoren, die heute keinen guten Ruf mehr haben. Er nennt als Beispiel Joachim Fernau – Rosen für Apoll, Disteln für Haagen.
Laura Spinney: Der Urknall unserer Sprache
Ein Sachbuch auf ganz anderer Flughöhe, ist von der britischen Linguistin Laura Spinney. Die erzählt im Grunde etwas, was in unserer Lebenszeit, die letzten 20 – 30 Jahren möglich wurde. Als er zu studieren begann, wusste niemand mit Sicherheit, wie hat sich eigentlich die Ausbreitung der Indo-Europäischen Sprache binnen weniger Jahrhunderte zugetragen. Zu einer Zeit, als um diese Dimensionen, um diese Entfernungen zu überwinden. Das musste ja nicht einer, vom Kaukasus nach Irland kommen, sondern es mussten ja Populationen sein. Um Sprachen zu transportieren. Mit Hilfe von KI und der Rekonstruktion von der Ursprache, mit Hilfe der Genetik ist man da entscheidend weiter gekommen. Die Laura Spinney erzählt diese Geschichte der Ausbreitung unserer Ursprache vor 7.000 Jahren, spannend wie ein Krimi. Eine so augenöffnende Lektüre, hätte er lange nicht mehr gesehen. Wenn sich jemand dafür interessiert, wäre es ein gutes Buch dafür.
Ulli Lust: Die Frau als Mensch
Der deutsche Sachbuchpreis ging in diesem Jahr, an eine Graphik-Novel. Die österreichische Autorin Ulli Lust erzählt in diesem wahnsinnig stupend gebildeten Sach-Comic die Geschichte der Vor- und Frühgeschichte aus neuer Perspektive. 50.000 – 5.000 vor unserer Zeitrechnung. Als Kind hätte er in Museen für Vor und Früh-Geschichte gesehen, da gab es Dioramen. Da sah man Frauen vor dem Suppenkessel oder wie sie Felle zusammen nähten mit beinernen Nadeln. Dann gab es noch gemälde, mit Männern auf der Mammutjagd. Entsprechend wurde auch Häuptlingsgräber gefunden. Mit vielen Waffen beerdigt. Das waren eben die Männer, die Häuptlinge. Jetzt stellte sich aber heraus, vorallem durch die Genetik, das viele dieser Häuptlinge Frauen waren. Vor 50.000 Jahren kochten die Suppe, die am besten Suppe kochen konnten. Es gingen auch die auf die Mammutjagd, die am besten jagen konnten. Ohne Ansehen des Geschlechts. Das sind Befunde, die wir heute plötzlich sehen. Die Ulli Lust hier eben nachzeichnet. Daneben schaut sie eben auch, auf die unglaublichen Attraktion der Farbe Rot, die sie auf unsere Vorfahren ausgeübt hat. Im Grunde ist die Besiedlung, der Ausbreitung der Menschheit von Afrika ausgehend, ein Triumphzug, der Farbe Rot. Das war ihm auch neu. Diese und noch mehr Erkenntnisse, könnten wir in diesem Graphic-Novel erfahren.
Max Strohe: All You Can Eat
Nun erzählt er von seiner Großmutter, die fast 100 Jahre alt geworden wäre, sie war die erste Köchin von Theodor Heuss. Deshalb habe er ja auch immer eine besondere Schwäche für Kochbücher gehabt. Nicht nur für die Produkte daraus. Da gäbe es einen Autor Max Strohe der in Berlin das Restaurant Tulus Lotrek besitzt. Dieser hätte schon grandiose Bücher, über seine Sozialisation als Koch geschrieben. Jetzt hätte er seine Kolumne auf Spiegel-online All you can eat gesammelt. Wenn wir also tatsächlich in das Abenteuer Küche mal einen Einblick nehmen wollen, werden wir nichts appetitanregenderes lesen.
Gritzmann / Scheck: Kafkas Kochbuch
Ganz zum Schluss, ein Wort in eigener Sache. Er schreibe ja auch Bücher. In diesem Fall ein Buch mit einer Stuttgarter Schulkameradin Eva Gritzman. Sie hätte was vernünftiges gelernt, anders als er selbst. Sie ist Ärztin geworden. Sie hätten gemeinsam Kafkas Kochbuch gefunden. Kafka war Vegetarier. Er hat sich ernährt, von einem 1893 geschriebenen Kochbuch. Weil ihm seine Eltern zum Bestehen des juristischen Staatsexamen, einen Aufenthalt im damals teuersten Sanatorium des deutschen Kaiserreiches spendierten. Das Lahmann Sanatorium, war wie das Schloss Elmau. Wahnsinnig teuer. Rainer Maria Rilke war natürlich auch da. Er hätte dort sogar geheiratet. Thomas Mann, ließ es sich auch nicht nehmen. Es wurde dort nur vegetarisch gekocht. Jeder Gast bekam zum Schluss, das Kochbuch von Dr. Lahmann. Mit 577 vegetarischen Rezepten. Kafkas Großvater war Metzger.
Wir können uns eine Lachen nicht verkneifen.
Er schreibt also an seine Freundin, Übersetzerin und Geliebte: er müsse so viel weniger Fleisch essen als sein Großvater geschlachtet habe. Kafka hat laut Denis Scheck eine Ying Yang Vorstellung, einer kosmischen Gerechtigkeit. Er war einer der Ersten, der Essen als Waffe entdeckt hat. In seiner Küche, so erzählt Denis Scheck, eine Postkarte die zeigt drei Fliegen beim Mitagessen. Papa Fliege, mama Fliege und Kind Fliege. Kind Fliege fragt die Eltern Ist diese Scheiße auch vegan?Mit anderen Worten, kann man durch bestimmte Ernährungsvorlieben und Abneigungen seine Eltern zu Weißglut bringen. Das hat Franz Kafka entdeckt, indem man den Metzgersohn, seinen Vater Hermann dadurch provozierte das er sich Vegetarisch ernährte. Ich hab in diesem Buch, was wir finden konnten, was irgendeinen Bezug aus Kafkas Werken, Briefen oder Tagebüchern hatten, gesammelt. Ihnen ist erst bei der Arbeit an diesem Buch aufgegangen das es sich liest wie eine Mischung aus Jamie Oliver und Yotam Ottolenghi. Lieblingsgemüse von Kafka war Spinat. Für Spinatpudding mit Morchelsoße, da legt Denis Scheck die Hand dafür ins Feuer.
A.A. Milne: Das Geheimnis des roten Hauses
Denis Scheck, fragt ob wir noch Fragen hätten.
Da wurde er gleich auf das Buch von A.A. Milne angesprochen. Es sei leider nicht verfügbar, sagt er bedauernd. A.A. Milne sei berühmt geworden für Der Wind in den Weiden. Das wäre einfach großartig. Mit dem Maulwurf, Ratte und von seiner Lieblingsfigur, mit der er so viel gemeinsam hätte, mit dem Kröterich. Der Autor hätte einen Krimi geschrieben. Einen typischen Herrenhaus-Krimi. Ganz ehrlich, sagt Herr Scheck, wenn man nicht wüsste das dieser Autor, dann das Meisterwerk eines Kinderbuchs geschrieben hätte, hätte ihm dieser Krimi allein nicht die literarische Unsterblichkeit eingebracht. Wenn man es allerdings weiß, liest man den Krimi doch mit anderen Augen.
Die nächste Frage lautet: Wie er denn seine Auswahl trifft.
Er vergleicht es mit einer Hochzeit. Something Old, Something New, Something Borrowed, Something Blue. So ungefähr wäre es auch bei der Auswahl. Sein Lieblingsheld aus der Literatur wäre Lord Peter Wimsey. Der Detektiv von Dorothy L. Sayers. Dieser Charakter hat ein Lebensmotto: Wohin mich meine Launen und Grillen führen. Mit anderen Worten, er höre da auf sein Lustprinzip. Worauf habe ich jetzt gerade Lust. Ich lasse mich ungern vom Zeitgeist oder von den jeweiligen Säuen die man da durchs Dorf treibt leiten. Er möchte gern selber Entdeckungen machen. Er liest nicht die Titel, weil sie gerade angesagt sind. Ganz komme er aber nicht drum rum, aber meistens suche er sich da seinen eigenen Weg. Gleichzeitig ist Literaturkritik ein komisches Unternehmen, also er verfolge die internationalen Feuilletons. er liest nicht nur deutsche Zeitungen. Er reist sehr viel, ist über die Hälfte des Jahres on Tour. Wo immer er ist, geht er in Buchhandlungen, schaut sich die Auslagen an. Auch die Bestsellerlisten. Schaut sich auch an, wer bekommt, welche internationale Buchpreise. Den Literaturbetrieb sollen wir uns wie einen Bienenstock vorstellen. Sie würden ein und ausfliegen, jeder bringt Nachrichten mit. Es wird auch heute Abend so sein, sie werden bestimmt noch ein Glas trinken gehen, dann erzählen wir uns zum Beispiel: Ich war gerade in Frankreich. Ich war gerade in Südafrika. Da geht es um das, und das, und das. Auf diese Weise, bekommt man unheimlich viel mit. Das meine ich mit komischen Unternehmen. Es ist auch eine Art von Schwarmintelligenz. Das wächst nicht nur auf eigenem Mist, hinzu kommt eben auch, was mich vielleicht von einigen Kolleginnen und Kollegen unterscheidet ich bin mit Comics aufgewachsen. Er sei deshalb nicht der Überzeugung, das Literatur nur aus dem besteht was im Suhrkamp Verlag erscheint, sondern er kann sich auch intelligentes Leben außerhalb von diesem Verlag vorstellen. Das ist nicht unbedingt das, was die deutsche Literaturkritik durchschnittlich prägt.
Die nächste Frage war: Gibt es eine deutsche Übersetzung zu Nature Writing.
Das wäre eine sehr komplexe und sehr schwierige Frage. Er benutze den Begriff Nature Writing wenn er keinen anderen Begriff im deutsche finden würde. Es gibt eine Autorin, die Judith Schalansky die sich darauf spezialisiert hat. Der Matthes und Seitz Verlag hat hierzu eine eigene Buchreihe mit Namen Naturkunden. Sie hat sich für den Begriff Naturkunden entschieden. Um das zu transportieren, aber Nature Writing, wir wären doch so anglifiziert inzwischen, das wir ungefähr verstehen was damit gemeint ist. Es sei ganz wichtig darauf hinzuweisen, das im Grunde das was wir Romantik nennen, nichts anderes ist als die frühe deutsche Form von Nature Writing.
Nächste Frage, die mich auch sehr interessiert hat: Wie schafft er es 180 Bücher im Jahr zu lesen.
Ja, es klinge viel, aber eigentlich müsste diese Frage seine Frau beantworten. Das ist wirklich so, er mache ansonsten keinen Handschlag. Wir lachen alle laut. Jede Art von Mitarbeit im Haushalt, im Garten oder sowas pariere er mit dem Hinweis: Ich würde so gern, aber muss doch noch dieses Buch lesen. Also es klingt schon viel, aber uns müsse klar sein, das er das hauptberuflich macht. Er lese in der Woche zwei, drei Bücher. Das ist eigentlich, nicht so wahnsinnig viel. In seiner schlimmen Science Fiction Phase, hatte er Freunde die bedeutend mehr lasen. Das sei aber auch eine Frage der Fokussierung, und wohlgemerkt er mache das nicht nebenbei. Allerdings muss er sich oft vor die AUgen und die Ohren führen, er wird nicht für das Lesen bezahlt, sondern für das Schreiben. Lesen sei nur die eine Hälfte seines Jobs. Aber von der Zahl sollen wir uns nicht ins Bockshorn jagen lassen. wenn er eines gelernt hat, man kann sich auch dummlesen. Er kenne viele Kolleginnen und Kollegen, er wolle keine Namen nennen, die viel gelesen haben und das hat auch nicht sehr viel gebracht. Schallendes Gelächter unsererseits.
Die nächste Frage: Ob er Parallel lese oder hintereinander weg.
Er versuche eigentlich eins nach dem Anderen zu lesen. Mitunter sei er aus Produktionszusammenhängen, gezwungen zwei manchmal sogar drei Bücher parallel zu lesen. Meistens seien es dann, komplexe Sachbücher. Währenddessen er doch die Lust verspüren würde, mal etwas anderes lesen zu wollen. Er versucht nicht zu duschen, sondern zu baden, damit er in der Badewanne lesen kann. Er liebe es sehr, den Tag mit einem Bad zu beginnen und so zehn bis fünfzehn Minuten zu lesen. Dazu genieße er einen Assam Tee mit Milch. Er liebe es auch sehr, den Tag mit einer freien Lektüre zu beenden. Die letzte Viertelstunde vorm Schlafen gehen. Was er dazu trinke, würde er uns nicht verraten. Diese beiden Viertelstunden, möchte er gerne selbst bestimmt lesen. Das klappe aber auch nicht immer. Er versuche es aber.
Die letzte Frage bezieht sich, auf das Lesen der Bücher in Originalsprache.
Das wäre jetzt unglaublich Großkotzig, so seine Aussage. Wieviel Sprachen er beherrsche, manche behaupten nicht mal seine Muttersprache. Er hätte früher ja übersetzt. 15 Jahre vom literarischen übersetzen. Davon hätte er gelebt, da wären natürlich auch seine Wurzeln. Das sei auch heute noch, ein großes Kapital. Er könne kein polnisch, portugiesisch lesen. Er hätte eine rudimentäre Lesefähigkeit in französisch. Aus dem englischen hätte er übersetzt. Er sei sehr auf die unbesungenen Helden des Übersetzens angewiesen.
Denis Scheck weist noch auf den Büchertisch hin von der BuchhandlungOsiander, falls in uns nun der unwiderstehlichen Wunsch erwacht sei, eins der besprochenen Bücher zu erwerben, sei die gute Nachricht im Kapitalismus, es ist möglich. Am Büchertisch, sind alle diese Bücher zum Verkauf vorrätig. Er bedankt sich noch für unsere Aufmerksamkeit.
Büchertisch von der BuchhandlungOsiander
Der Abend war besonders. Bücher von denen ich noch nie gehört habe. Bücher dessen Autorinnen und Autoren ich noch nicht wahr genommen hatte, sind in meinen Fokus gerückt worden. Wer weiß, vielleicht lese ich das ein oder Andere. Das wird die Zeit zeigen.
Tom Erben spricht über die Anfänge der Stuttgarter Buchwochen. Über 800 Verlage. Das hier 30% des Gesamtumsatzes erreicht wird. Gegründet 1949. 60 Verlage haben es geschafft. Aus der sowjetischen Besatzungszone kam der Reclam Verlag dazu. Unterstützt vom Haus der Wirtschaft, dem SWR, Stadt Stuttgart, dem Ministerium das hier beheimatet ist. Es kamen jetzt insgesamt in der 2. Woche schon so viel Besucher, wie im letzten Jahr in Gänze.
Er machte noch Veranstaltungstipps zu Anselm Grün. Berichtete aber auch das die Veranstaltung mit Denis Scheck und einige Tage später, mit Caroline Wahl ausgebucht waren.
Carsten Henn ergreift das Wort. Sitzend auf dem Sofa schreibt er. 2 Katzen neben ihm Notebook auf dem Schoß. Der Beginn macht meist ein Zitat eines großen Denkerin oder Denkers. Der Spruch „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden“ stammt vom dänischen Philosophen Sören Kierkegaard. Das ihn diesmal begleitet hat.
Im Buch „Sonnenuntergang Nr. 5“ geht es um die Diva Stella Dor. Sie trinkt einen French 75′ zur Erklärung Der French 75 ist ein alkoholhaltiger Cocktail aus Gin, Champagner und Zitronensaft. Jonas Engelbaum ist ihr Ghostwriter.
Sie denkt an einen Lavendelstrauß. Augenblicke ihrer Jugend. Sie schreibt sie auf.
„Sommer, Wiese, Lavendel, Köpfchen hängen.“ -> Alles steht voller Bücher. Nur ein Platz bleibt leer. Dort soll ein Buch stehen. Ein ganz besonderes Buch.
Carsten Henn erzählt das er Prologe und Epiloge liebt. Denn sie machen alles so viel weicher. Geben einem die Chance die Figuren zu begleiten.
Was gab den Ausschlag dieses Buch zu schreiben? Eine Zeitungsnachricht. Eine wahre Begebenheit, die in London spielte. Von der auch ich schon gehört hatte. Mir damals schon Gänsehaut bescherte.
Oswald Lawrence sagte „Mind the Gap“. Damit gemeint ist die Spalte zwischen Bahnsteig und Zug. Nach seinem Tod konnte seine Witwe Margaret McCollum die von ihm gesprochene Ansage, nur noch an der Haltestelle Embankment im Zentrum Londons hören. Sie war enttäuscht, als sie im November 2013 bemerkte, dass die Stimme ihres Mannes ersetzt wurde. Natürlich hat sie sich bei den Verantwortlichen gemeldet.
Carsten Henn sagt, das sie damals eine Kopie bekam. Damit sie ihn immer hören konnte.
Weiter spricht er über Erinnerungen. Für ihn bestehen sie aus Fotos oder Dias. Aber auch Essen.
Carstens Oma hat auf seinen Wunsch hin, ihre Rezepte aufgeschrieben. Doch da sie alles aus dem Handgelenk gemacht hat, fehlte die Hälfte oder es gab keine Maßangaben.
Ich kenne das. Werde nie so kochen können wie meine Oma oder Mami. Von meiner Mami kann ich noch lernen. Aber selbst ich, mache es nach Gefühl.
Sein Vater hatte Bücher über Bücher. Er hat immer gelesen. Auf dem Sofa, im Bett, im Urlaub, ja eigentlich immer.
Seine Tochter kam nach Hause aus dem Kindergarten und meinte sie heiße von nun ab nicht mehr Charlotte sondern Shasha.
Die Katze im Buch „Der Buchspazierer“ heißt Hund. Kommt aber leider im Film nicht vor, obwohl sie für ihn einen Hauptfigur sei. Sie taucht aber wieder auf. Er baut Brücken aus vorherigen Büchern. Seine Figuren entstammen oft lebendgen Personen. Wenn sie dann ein Eigenleben entwickeln weiß er jetzt beginnt der Caharakter seinen eigenen Kopf zu haben.
Nebenfiguren sind ihm genauso wichtig wie die Hauptfiguren.
Die nächste Passage liest er einfühlsam. Nun spürt man die Gefühle, die Tiefe, Gänsehaut. Alles ist sehr intensiv.
Paul im Buch hat Demenz. Tanzt gerne. Würde gerne mit Stella tanzen. Carsten Henn hat das in seinem Umfeld oft erlebt. Ganz verschieden ist die Krankheit. Verschieden auch die Auswirkungen, auf das Leben.
Normalerweise mag ich persönlich keine Hörbücher, aber wenn Carsten Henn seine Bücher einlesen würde, dann würde ich sie mir mit Sicherheit kaufen.
„Lachen und weinen gehören beides zum Leben dazu“, sagt er.
Im Buch gibt es ein Geschwisterpaar. Die Wohnung mit viel Tinnef. Eine Ferienpension mit Kino im Keller. „Kinopalast“ heißt es. Imke hat alles gebastelt. Muscheln, Dinge vom Strand. Es ist die größte Stella Dor Videothek. Die Kinoleinwand ist ein Fernseher. davor ein durchgesessenes Sofa. Man kann es sich vorstellen. Betritt den Raum.
Carsten Henn liest mit verschiedenen Stimmen, großem Spaß und Freude. Er ist unglaublich. Carsten lebt das Buch, lässt es lebendig werden.
Geht zu seinen Lesungen. Es ist der Wahnsinn! Ich brüll gleich vor lachen. Halte mich aber zurück. Er liest großartig. Genau im Moment als im Buch von Polizeisirenen erzählt werden, fährt draußen ein Polizeiauto mit Sirene vorbei. Wir lachen. Er meinte das hätte er sich nicht ausgedacht. Wir sollen es selbst lesen, dann würden wir es sehen.
Ja, ich werde es lesen. Denn das Buch musste ich einfach haben.
Ein Bild mit Carsten Henn rundete diesen wunderbaren Abend ab. Herzlichen Dank für dieses Erlebnis.