[Stuttgarter Buchwochen] 20. November 2025 »Die Stuttgarter Bücherrunde«

Der Abend, was für eine Überraschung wird mitgeschnitten als Podcast für literaturcafe.de. Wolfgang Tischer führt durch den Abend. Schade eigentlich, denn er war immer dabei, bei der Diskussionsrunde. Das hat Freude gemacht.

Zum 10. Mal findet die Stuttgarter Bücherrunde statt, ehemals als Literarisches Buchhandelsquartett bekannt.

Eine tolle Mischung von Büchern und Verlagen. Die Bücher sind auf dem Büchertisch vertreten. 2 Personen sind aus Buchhandlungen da, sitzen auf dem Sofa, 2 Menschen aus Bibliotheken.

Zur Runde gehören:

Der Leiter der Stadtibliothek Aalen, Michael Steffel. Seit 20 Jahren ist er Leiter der Bibliothek. Mit einem großen Einzugsgebiet. Drumherum herrscht bibliothekarischer Notstand. Die Leserinnen und leser kommen aus Backnang, dem Nördlinger Ries, Heidenheim. Aus allen Himmelsrichtungen. Bücher liest er nur in seiner Freizeit.

Mareike Winter, Azubi im 2. Lehrjahr zur Buchhändlerin, aus der Buchhandlung Taube in Waiblingen. Sie findet Beratung ist wichtig. Toller Beruf. Man hat viel mit unterschiedlichen Leuten zu tun.

Inhaber der Buchhandlung Back, Kristoffer Mauch. Quereinsteiger seit 10 Jahren. Azubi hat heute Abend die Feuertaufe, im Buchladen. „Vielleicht genießt sie es auch“, meint er. Seine Buchhandlungen sind in Weinsberg und Winsbach. Er kam durch Zufall zu der Buchhandlung.

Von der Stadtbibliothek Reutlingen, ist heute Abend zu Gast Fleur Hummel. Erfolgreich gegen den Strom. Kauft ein, verwaltet, lektoriert. Beobachtet den Markt. Sie hat vielfältige Aufgaben.

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Wir beginnen mit Thorsten Nagelschmidt „Nur für Mitglieder“ aus dem März Verlag.

Kristoffer Mauch hat das Buch gewählt, damit auch kleinere Verlage eine Chance haben, präsenter zu werden. Der Autor kommt aus der Punk Musik. Muff Potter ist seine Band. Er ist Jahrgang 1976. Was ihn persönlich gegenüber Herr Mauch sehr sympathisch macht, da er dem gleichen Jahrgang angehört. Depression, Eskapismus und Nichtorte kamen im Klappentext vor, was ihn sehr angesprochen hat. Eigentlich ist es kein Roman, sondern eher ein Tagebuch. Er hat seit Jahren, nein Jahrzehnten ein Problem mit Weihnachten. Weil er dann immer in tiefe Traurigkeit rutscht. Er fliegt nach Gran Canaria um dem aus dem Wege zu gehen. Auch die Serie „Die Sopranos“ spielen eine Rolle. Beschreibungen des Resorts inklusive. Herr Mauch, empfindet es als sehr unterhaltsam. Er kann es jedem empfehlen. Fand es Klasse.

Die Diskussion ist somit eröffnet.

Fleur Hummel hat der Humor sehr gefallen. Sie ist Jahrgang 1978, deshalb war er ihr nah. Sie konnte sich gut einfühlen. Sie mag die Stellen, an denen er persönlich wird, über seine Depression und Gefühle spricht. Das macht es sehr authentisch. Das fand sie am Stärksten, da hat er sie abgeholt. Es war sehr berührend. Die Sopranos wurde sie nicht ganz warm damit, fand es etwas zäh im Übergang. Sie findet es schade, das er Weihnachten nicht mag. Das Zitat kann sie nicht ganz nachvollziehen, das da heißt: Ich brauche keine Therapie, ich muss einfach nur nach Gran Canaria. Seine Kindheit war nicht glücklich, das Aufführen an Weihnachten schreckt ihn ab. Vermisst die Ehrlichkeit. Man spielt den Anderen was vor. Sie selbst mag Weihnachten. Ihr Fazit, wer Weihnachten nicht toll findet, die Sopranos liebt und was über Depressionen lernen möchte, findet sicher etwas in dem Buch.

7 von 10🌟

Michael Steffel ist Jahrgang 1966, da wäre er eigentlich raus. Das Publikum kichert. Er hat flüchtig auf den Klappentext geschaut. Herr Steffel bittet Kristoffer Mauch ihn kurz vorzulesen. Darauf erklärt Herr Steffel weiter, er dachte es wäre ein autofiktionaler Roman. A la Heinz Strunk. Er war am Anfang etwas enttäuscht. Dachte es geht um therapeutisches Schreiben. Um so weiter er aber gelesen hat, umso tiefer hat es ihn hineingezogen. Der Autor kann gut erzählen, meint er. Herr Steffel kannte weder den Autor, noch die Punk Gruppe, der der Autor angehört. Die Situationen die er schildert, sind super. Die Clubanlage, die schrägen Charaktere, randalierende Briten. Wie er von seiner Depression berichtet, berührt. Die in seiner Kindheit den Anfang nahm. Es hat was von Sachbuch, durch die Fußnoten. Es ist eher autobiografisch, als autorfiktional meint er.

Mareike Winter findet es sehr mutig, so offen über seine doch schwere Kindheit zu schreiben. Die Alltagsbeobachtungen sind gelungen. Er lernt ein älteres Ehepaar aus England kennen. Eine Weinflasche mit Rotwein, eine mit Weißwein. Die halbe Flasche nehmen sie mit auf ihr Zimmer. Sie empfindet es auch als sehr autobiographisch. Er erzählt von seinen Eltern, seiner Jugend. Ein Satz der sie fasziniert ist 18 Zeilen lang. Lässt sich gut lesen. Sie kann sich in seine Lage versetzen. Ist für jung bis alt. Sie würde eine Lesempfehlung aussprechen.

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Fleur Hummel stellt nun das Buch „Monstergott“ von Caroline Schmidt vor.

Es geht um den Sündenfall in der Bibel, das deutet der angebissene Apfel an. Es geht um die zwei Geschwister Ben und Esther. Die Erzählperspektive wird Kapitelweise gewechselt. Frau Hummel findet es gut da es einem erlaubt immer einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Sind in einer evangelikalen Freikirche aufgewachsen. Sie sind tief verwurzelt und eigentlich glücklich. Die Idylle bekommt mit der Zeit Risse. Esther möchte gern mehr Verantwortung übernehmen. Muss sich jedoch den Männern unterordnen. Ben ist homosexuell. Er sündigt immer wieder, damit kämpft er ganz massiv. Es gibt eine Clique, der sie angehören. Diese lernt man während des Lesens kennen. Eine heiratet. Esther trifft ihre große Liebe wieder: Paul. Können sie wieder zusammenkommen? Erwachsenwerden, selbst finden.

Die Fragen: Bin ich genug, bin ich ein guter Christ schwebt im Raum. Die Autorin zeigt das Aufbruch und Veränderung auch schmerzhaft sein könne, aber eben auch notwendig. Ein berührendes Porträt, auf der Suche nach sich selbst. Fleur Hummels Fazit ist: Es ist ein Plädoyer für Menschlichkeit, Toleranz und Respekt.

Die Diskussion ist somit eröffnet.

Kristoffer Mauch empfindet es als sehr wichtiges Buch. Was man mitbekommt in der Buchhandlung, in den Medien, vorallem in Social Media wie die Freikirchen handeln, nicht alle betont Herr Mauch, ist haarsträubend. Caroline Schmitt hat es in dem Buch toll gemacht, das Esther, eine der Hauptprotagonistin, so stark dargestellt hat. Sie ist Bibelfest, setzt sich aber auch mit dem Pastor hin und diskutiert mit ihm. Die Eltern kamen wohl erst später zur Freikirche, es ist also glaubhaft. Er findet die Autorin hat es gut gemacht. Caroline Schmidt lebt auch in einer Freikirche. Man kommt zu dem Schluss, das es realitätsnah dargestellt ist. Ihm hat es gut gefallen.

Mareike Winter sie ist keine unbedingt gläubige Person, aber man merkt das die Autorin sich damit befasst hat. Sie zitiert Bibelverse. Dann gibt es Bens Homosexualität und das Esther sich eine höhere Stellung wünscht, als die sie gerade macht als Krankenschwester. Frau Winter ging die Entwicklung ab der Hälfte des Buches zu schnell. 200 Seiten mehr wären gut gewesen. Es hat sich einfach lesen lassen., aber auch als ob man es von einem Fremden erzählt bekommt. Eine Szene hat sie schockiert. Verrät es aber nicht welche. Bittet uns, es selbst zu lesen. Wir lachen. Die Eltern sind offen für Esther und Ben. Was sie machen. Das hat ihr gefallen und sie meint solche Unterstützung sollten die Kinder öfter haben. Solche Worte, von ihren Eltern öfter hören.

Michael Steffel sie schreibt aus der Innensicht. Für ihn war das lesen der Lektüre eine Zeitreise 30-40 Jahre zurück. Er ist auch gelernter Katholik. Hat bei einer Organisation gearbeitet und dort mit vielen Menschen aus Freikirchen zu tun gehabt. Ganz nette Kolleginnen und Kollegen. Sie hatten ihre Hauskreise, Gemeinde, Lobpreis-Team. Er hat tiefe Einblicke gewonnen, auch in die seelische Verfassung der Menschen, die in solchen Gemeinden sind.

Ben und Esther sind am Rande einer Ekklesiogene Neurose (zur Erklärung: sind psychische Störungen, die durch religiöse oder kirchliche Einflüsse verursacht werden), vorallem Ben.

Die Autorin gibt tiefe Einblicke. Esther empfindet er als stark. Ben zurückhaltend. Schön ist der Kontrast, zwischen den Geschwistern. Er kann es nachvollziehen. Ben leidet unter der Sünde. Dem sitzt ein kleiner Teufel auf der Schulter. Wartet auf den Sündenfall. Was Herr Steffel allerdings unglaubwürdig empfand, war das Verhalten der Eltern.

Sein Fazit: Ein gutes Buch für ältere Jugendliche, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen möchten.

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Herr Tischer leitet über zum Buch von Paul Lynch. Das dünnste Bändchen des Abends. Präsentiert von Herr Steffel.

Im Juni hat er in der New York Times einen Artikel gelesen. Der Titel war: Why did the novel reading man disapear? Warum ist der Romanlesende Mann verschwunden. Darin auch das der romanschreibende Mann verschwindet. 66% Mädchen, junge Frauen, Frauen leihen Romane aus. Die Männer spielen eine untergeordnete Rolle. Männer lesen weniger Belletristik. Deshalb verdient man an ihnen nichts. Deshalb gibt es immer weniger Romane von Männern für Männer. In den Bibliotheken und im Buchhandel finden die Männer immer weniger Male friendly content. Das ist ein Teufelskreis. Die Spirale geht immer weiter runter. Herr Steffel hat sich unheimlich schwer getan, ein Buch zu finden was ihn interessiert. Er liest nichts wo eine Frau in einem Kleid aus dem 19. Jahrhundert durch eine rosenumrankte Pforte tritt. Oder eine junge Frau die einen Wollladen, Teeladen usw. führt. Am New Adult Regal wird nicht besser. Wir müssen lachen. 2023 hat Paul Lynch den Booker Prize für das Buch Lied der Propheten erhalten, weshalb es Jenseits der See übersetzt wurde. Hätte er diesen Preis nicht erhalten, wäre dies nicht geschehen.

Er nimmt es den Verlagen übel, das sie wenig Abenteuerromane raus bringen. Jenseits der See beruht auf einer wahren Begebenheiten, die sich von 2012 – 2014 zugetragen haben. Ein Fischer, ein Salvadorianer wurde mit seinem Kollegen bei einem Sturm aufs Meer hinaus getrieben. Auf den Pazifik. Der Kollege stirbt nach wenigen Wochen. Der Fischer José Salvador Alvarenga überlebt 14 Monate. 7 Meter langes offenes Boot. Eine Kiste als Unterschlupf. Landet 10.000km entfernt, auf einem Atoll der Marschall Insel. Hat Frau, Kind, Eltern verlassen. Motor setzt aus, Funkkontakt bricht ab. Es geht dann um den Überlebenskampf von Boliva und Hector. Man spürt das Herr Scheffel großartig gefällt.

Die Diskussion ist somit eröffnet.

Frau Hummel empfindet die Hauptprotagonisten als unsympathisch. Hector ist in ihren Augen unsozial. Sie fand spannend, das auch wenn nicht viel passiert, wie die Männer da überleben. Für sie war es Pessimist gegen Optimist. Wie geht man mit der existenziellen Bedrohung um, wie mit der Einsamkeit. Sie sind zu zweit und doch allein. Sprachlich fand sie es schön. Eine innere Spannung baut sich auf. Man hat das Gefühl dran bleiben zu müssen.

Mareike Winter fand auch Boliva unglaublich unsympathisch. Hector war ihr auch nicht sympathisch. Eine Szene in der Boliva das Handy von Hector wegschmeißt, mit dem Foto seiner Freundin. Sie ist nicht gut in das Buch reingekommen. Es hat etwas gedauert bis sie verstanden hat, wie Paul Lynch seine Sätze formuliert. Die Sätze sind kurz hinteinander. 5 Sätze, hätte man auch in einem zusammenfassen können. Sie konnte sich dennoch in die Protagonisten reinversetzen. Lohnt es sich am Leben zu bleiben? Es geht um universelle Themen. Man kann es auch als Frau durchaus lesen.

Ihr Fazit: Sie würde es ihren Kunden nicht empfehlen, einfach weil sie es schwierig empfand reinzukommen. Es benötigt geübte Leserinnen und Leser.

Kristoffer Mauch findet es literarisch unangefochten. Boliva guckt bei einem Sturm über das Dollbord (verstärkte obere Rand eines offenen Bootes) Er liest einen Satz vor: Was er sieht ist eine Welt, in sein gewirbelt, eine Welt jenseits des Menschen, eine chaotische leere Raserei. Da fragt er sich wie übersetzt man sowas. Zweitens schlägt er das Buch zu, und denkt fünf Minuten darüber nach. Es ist so, das manche Beschreibung auch Ekel hervorruft. Wenn Boliva einen Vogel mit der Hand schlachtet. Diese menschlichen Abgründe. Es ist kein Wohlfühlbuch. Er war begeistert. Konnte nicht aufhören zu lesen.

Sein Fazit: Ganz große Kunst.

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Herr Tischer übernimmt das Wort und freut sich das es bei Paul Lynch etwas Uneinigkeit gab. 😉 Sonst wäre es ja gar keine Diskussionsrunde. Wir kommen jetzt zum gehypten Buch Alchemised von SenLin Yu.

Vorgestellt wird das Buch von Mareike Winter. An dem Buch haben vier Übersetzerinnen gearbeitet. 300 Seiten pro Übersetzerin. Es wurde in 16 Sprachen übersetzt und hat in der deutschen Ausgaben Glossar. Es geht um Helena Marino eine 20 jährige, die in der Rebellion „Ewige Flamme“ ist. Sie ist eine der wenigen Überlebenden. Eine düstere Geschichte. Kriegsgewalt. Makabere Szenen. Horror Aspekte gepaart mit einer komplizierten Liebesgeschichte. Sie fand es ein ganz spannendes Buch. Der Fokus liegt nicht auf der Liebesgeschichte, sondern auf der Welt. 1000 Seiten stark. Mit viel Spannung, mit viel Emotion.

Die Diskussion ist somit eröffnet.

Kristoffer Mauch ist vor vielen Jahren mal auf einer industrial Technoparty gewesen. Es war düster, unübersichtlich, auf eine gewisse Art faszinierend. Vielleicht auch ein bißchen sexy, er schmunzelt. Er wusste gleich, hier bin ich nicht richtig. So ging es mir beim lesen des Buches. Schallendes Gelächter bricht aus. Auf der Buchmesse habe er das Wort World Building gelernt. Es ging ganz vielen Leserinnen und Lesern darum. Das ist eine große Kunst, das glaube ich. Er konnte sich mit keiner der Figuren identifizieren. Es fiel ihm schwer in die geschichte einzutauchen. Die englische Originalausgabe hat gar kein Glossar, er weiß gar nicht wie man durchsteigen soll. Es gibt Begriffe wie Nekromantie. Wer sich für Alchemie interessiert, der kommt auf jeden fall auf seine Kosten. Er weißt darauf hin, kann auch darüber sprechen, wird es aber nicht aktiv verkaufen. Es war trotzdem bereichernd, sagt er zum Schluss.

Michael Steffeler gibt, wenn er einen Roman liest, 30 – 50 Seiten. Wenn es dann nicht läuft bin ich raus. Er hat Alchemised 153 Seiten gewährt, mit Blick auf es hat ja 1.200 Seiten. Zuerst muss man eine Welt kreieren. World Building was eine große Kunst ist. So wie bei Herr der Ringe, mit den ganze Begrifflichkeiten. Es hat dazu geführt das die Exposition 100 Seiten sind, es geht eher darüber hinaus. Info Dumping ohne Ende. Das die Leserin, der Leser in die Welt findet. Dann denkt man, jetzt geht es endlich los und dann kommt sie zu diesem Verhör. Nach 153 Seiten hat er dann resigniert. Da fiel ihm ein Zitat ein von Johann Wolfgang von Goethe ein. Betretener Quark wird breit nicht stark. Hat sicher seine Leserschaft. Glossar ist hilfreich, aber immer das hin und hergeblättere. Er hat es nicht zu Ende gelesen.

Fleur Hummel ist am Anfang wahnsinnig schwierig reingekommen. Glossar war für sie nicht hilfreich, da man ständig am blättern ist. World Building fand sie toll. Die Sprache schön. Man kann vieles aus dem lateinischen ableiten, wenn man es gehabt hat. Der Hauptbösewicht heißt Kaine Ferron. Ferron ist das Eisen. Es war spannend, die Aufmachung total schön. Mittlere Teil ist ein Rückblick, vier Jahre zuvor. Da löst sich auch ein bißchen der Knoten. Zu viele Wiederholungen, von kalt, düster usw. Das fand sie schade. Es zieht sich dann so ein bißchen in die Länge. Helena Marino schein eine starke Frau zu sein, wird aber klein gemacht in der toxischen Beziehung. Mit dem Frauenbild das dort beschrieben wird, hat sie ein Problem. Das findet sie massiv schwierig.

Herr Tischer meint da hat Frau Winter sicher was dagegen zu setzen, meint er lächelnd.

Mareike Winter hält dagegen. Das der Übergriff nicht nur für Helena schwierig war, sondern auch für ihn. Für sie ist es ein Fantasyroman mit einer komplizierten Liebesgeschichte. Mit viel Horrorelementen. Sie sind sehr verschieden aufgewachsen. Sie als Heilerin, sorgt sich um Andere. Er wurde durch seinen Vater hineingezogen. Durch den Tod seiner Mutter. Musste sich unterwerfen. Sie versteht aber die Meinung von Frau Hummel.

Herr Tischer merkt an das die Zeit leider vorbei ist. Der Ullstein Verlag auch die englische Version veröffentlicht. Spannende Entwicklung, das immer mehr deutsche Verlage sich immer mehr die Rechte an englischen Ausgaben sichern.

Weihnachtstipps:

Kristoffer Mauch empfiehlt:

Dichterarzt aus Weinsberg. Fallbeschreibung aus dem 19. Jahrhundert. Die Bauerstochter Magdalene hat Erscheinungen. Spielt in Hohenlohe. Weiße Frau und schwarzer Mann. Sie soll dem schwarzen Mann nicht antworten. Elternhaus ist verflucht, muss abgerissen werden. Klassische Spukelemente. Das war damals Stand der Wissenschaft. Dr. Liebeig der durch das Kernerhaus in Weinsberg führt, hat ihm gesagt:

Kerner glaubte nicht an Geister, er wusste das es Geister gibt.

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Fleur Hummel empfiehlt:

Im April 2024 war es so, dass das Deutsche Umweltministerium die Einfuhr von Jagdtrophäen geplant hat. Der afrikanische Elefant steht auf der roten Liste. Botswana hat die allergrößte Elefantenpopulation. Haben auch ein bißchen Probleme, mit den Elefanten und den Städten.

Dann kam noch eine Werbeunterbrechung. Wir wissen nicht wer es war, aber So wussten wir was noch an Veranstaltungen heute Abend laufen würden, mit Uhrzeitangabe. 😂

Frau Hummel erzählt weiter. Botswana hat es als Einmischung empfunden und vorgeschlagen Deutschland 20.000 Elefanten zu schenken. Die Autorin hat es auf die Spitze getrieben, als Satire. Diese 20.000 Elefanten landen in Berlin. Völliges Chaos verursachen. Jede Menge Probleme, wie die Ausscheidungen der Tiere. Sie findet es wahnsinnig amüsant, erschreckend realistisch, etwas absurd. Durch das Elefantenministerium eien Aufnahmequote für Bundesländer und so leichten latenten politischen Anspielungen, auf den Umgang mit geflüchteten Menschen.

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Michael Steffel empfiehlt:

Bei Heinz Strunk ist es so ähnlich wie bei Helge Schneider, entweder man mag ihn oder mag ihn nicht. Ich liebe Heinz Strunk seit 2004. Seit Fleisch ist mein Gemüse. Es geht bei ihm immer um irgendwelche Looser. Was kann einem mann schlimmeres passieren als Kein Geld, Kein Glück, Kein Sprit. Es sind 36 Geschichten. Eine skurille Geschichte nach der Anderen.

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Mareike Winter empfiehlt:

Es geht um einen zauberhaften Hund. Er sucht nach einem zu Hause. Der Wind bemerkt das und sendet ihn in die Großstadt. Dort wird er auch abgelehnt. Zitternd macht er sich bemerkbar. Eine ältere Dame und der Hund werden eine Familie. Die Bilder sind zauberhaft.

Herr Tischer hat das Schlusswort. Er weist auf den Büchertisch vom Osiander hin. Es gibt Applaus für alle Beteiligten.

Es war ein schöner Abend mit viel interessanten Büchern.

Hier noch einige Eindrücke des Abends:

Nachzuhören als Podcast auf www.literaturcafe.de

Von links nach rechts: Wolfgang Tischer, Fleur Hummel, Kristoffer Mauch, Mareike Winter, Michael Steffel.