Tagebuch Fetznhof / Grassau / Chiemgau – Internetfreie Zeit

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Tag 1

Hier also beginnt meine Geschichte. Die Geschichte meiner Zeit ohne Internet und Mobiltelefon. Nun gut wir haben eins dabei, zum Telefonieren aber ohne Verbindung ins World Wide Web. Für Bilder benutze ich es auch, damit ihr später nicht nur was zu lesen sondern auch etwas fürs Auge bekommt.

Vor mir liegt die neue Bücher Zeitschrift,was denn auch sonst 🙂

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Rechts von mir der Schoko-Cappuccino und links eben jenes besagte Mobiltelefon und mein Schreibmaterial. Lisa rennt draußen herum, oder eher gesagt fährt sie auf einem zum Fetznhof gehörenden Fahrrad. Mein Mann hat sich auf die gemütlich aussehende Couch, zum Ausruhen hingelegt. Gerade musste ich Lisa verpflastern, die mit einem Mädchen zusammen gestoßen ist. Ein lädiertes Knie war die Folge. Ich werde nun weiter an meinem Krimi arbeiten. Hier seht ihr im Übrigen unsere Ferienwohnung auf dem Fetznhof in Grassau. 

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So nach dem Regenschauer, werde ich meinen Schreibtisch von drinnen wieder nach draußen verlegen. Bis nachher.

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Aus nachher wurde nichts. Ich habe lange geschrieben, Lisa beim Reiten zugesehen, und mich mit Bernd unterhalten. Als die Dämmerung einsetzte kam Frau Gasteiger um uns frische Blumen 

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und einige Teelichter zu bringen. Richtig Romantisch.

Tag 2

Nun ist es wieder Morgen. Ich fiel um 5.44 Uhr aus dem Bett. Angezogen war ich rasch und mit der Tischdecke, den Schreibsachen und eben jener Blumenvase eher Übertopf mit Blumen bewaffnet ging es an die frische Luft. Seit dem schreibe ich wieder. Es ist jetzt 7.44Uhr. Mein Krimi ist um weitere 197 Wörter gewachsen. Die Kinder spielen schon, Ziegen und Pferde wurden gefüttert und das Trampolin wird intensiv genutzt. Was wir heute vorhaben? Keine Ahnung. Es gibt nachher erst Mal Frühstück und dann warten wir auf Barbara um die Reitstunden auszumachen. Ich werde euch später wieder schreiben.

Lisa hat Jenny geführt. Sie war ganz stolz. Morgen um 11.30Uhr geht es zum Ausritt. Oh oh, ich auf einem Pferd und das für eine Stunde? Ich freu mich schon auf den Muskelkater. Wir waren gerade am Reifinger See. Sehr schön gelegen ganz hier in der Nähe. Danach bummelten wir mit den nicht enden wollenden Aufforderungen, doch endlich wieder zum Hof zurück zu fahren, durch Grassau. Dementsprechend gab es kein Eis…schluchz… und auch keine frischen Brötchen fürs Frühstück.

Zurück auf dem Fetznhof nach Spätzle und Currywurst, Abwasch und aufräumen schlief ich tatsächlich ein. Irgendwie bin ich jetzt von der Rolle. Vielleicht schaffe ich mal wieder ein Stück zu schreiben. Krimi oder Krimi das ist hier die Frage. Es wurde dann der Krimi und der neue Kurzkrimi habe ich überarbeitet. Abends wurden wir dann eingeladen zu Ulrike und Frank in ihre Schäferhütte die gegenüber von unserer Ferienwohnung stand. Bei einem Glas Wein (es waren derer mehrere) Bier (auch mehrere) und den Erzählungen von Herrn Gasteiger gefiel es uns sehr gut. Frank ist in der Speditionsbranche. Herr Gasteiger ist 76 Jahre alt und steht erst um 7 Uhr auf, früher war das anders wie er uns mit einem Lächeln erzählt. Bernd wurde nach seinem Beruf gefragt woraufhin Herr Gasteiger meinte dass es ein sehr abwechslungsreicher Beruf wäre. Dass ich schreibe habe ich keinem gesagt. Was Ulrike macht weiß ich nicht, aber das erfahren wir vielleicht noch.

Tag 3

Es ist 5.20Uhr und ich sitze hier und schreibe weil mich verwirrende Träume aus dem Bett geworfen haben. Der Mond steht noch zu einem Viertel am Himmel.

Nachtrag Tag 3

Habe euch vernachlässigt das tut mir leid. Ich bin doch tatsächlich am Donnerstag das erste Mal nach zwanzig Jahren geritten, unglaublich dass ich so lange gebraucht habe wieder auf ein Pferd zu steigen. Chiquita heißt das Pferd, ja ihr habt richtig gelesen, und was frisst sie am liebsten? Ja genau Bananenschalen. Ein sehr liebes ruhiges Tier, das sogar während unserem Ausritt ganz gelöste Geräusche gemacht hat. Es hörte sich an, wie kann ich das beschreiben, Schnauben aber ganz leicht und leise. Der Tag ansonsten war angefüllt mit Sesselbahnfahren. Die Tour haben dann nur Bernd und Lisa gemacht. Ich habe während dessen dem Wind in den Tannen gelauscht und mich gefühlt wie Heidi beim Almöhi danach ging es zum Essen beim Ott. Ich versichere euch die wollten mich betrunken machen. Ich bestellte ein Schorle weiß süß und bekam einen halben Liter. Lisa hatte Fischstäbchen und Pommes, Bernd ein riesen Schnitzel und ich, darauf achtete mein Schatz weil ich den so gern mag, eine Zwiebelrostbraten. Hinterher ging es zurück und wir machten es uns gemütlich.

Tag 4

Oh wie heiß. Kaum atmen kann man hier draußen. So beschlossen wir erst spät nach dem Mittagessen nach Ruhpolding in den Erlebnispark zu fahren wo wir viel Spaß hatten. Ich habe mit meiner Steinschleuder sechs Mäuse abgeschossen, Lisa drei. Bernd hatte so seine Schwierigkeiten mit seinen dreien. Beim Maibaumkraxler Spiel gewann ich sechs Mal. Boah war ich stolz!

Lisa darf mit Herr Gasteiger die Tiere füttern. Wie toll!

Tag 5

Heute beginnt der Tag mit einer Rezension von dem Buch „Urlaub mit Papa“ von Dora Heldt. Der Wind weht durch meine Haare. Ich sitze hier, trinke Cappuccino und höre Jamie Freemans Album „Just You“. Noch hoffe ich das es nicht all zu heiß wird, am Sonntag soll es regnen. Hoffentlich erst abends. Morgens wollen Lisa und ich noch reiten gehen. Montag muss ich packen.

Es ist doch ganz ordentlich warm geworden. Am Chiemsee angekommen, gehen wir die Promenade entlang.

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Lisa und ich ziehen die Schuhe aus und waten ins Wasser. Wie erfrischend! Bernd sind die Steine zu heftig, manche sind wirklich sehr spitz und rutschig, und so tigert er nach einer Runde wieder raus und setzt sich auf einen  Steg in der Nähe. Einen Platz zum Sitzen gab es später nicht. Alle Bänke standen in der knalligen Sonne, und das nervte mich tierisch. Schlechte Laune kam auf. Später beim Minigolf wurde es dann besser. Nur zwei nervige Jungs saßen uns auf der Pelle. Irgendwann haben sie es kapiert. Abends waren wir auf dem Feuerwehrfest der Freiwilligen Feuerwehr Grassau.

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Es war so schön bis ein Gewitter heraufzog. Wir beeilten uns nach Hause zu kommen. Als ich den Wind hörte, wollte ich noch die Auflagen Reinräumen und den Sonnenschirm auf die Bank legen, nicht dass der in unser Fenster kracht. Es empfing mich ein starker unbarmherziger Wind, angefüllt mit Sand und Staub der sich dann in Augen und Mund innerhalb von Sekunden breit machte. Nachts um 0.00 Uhr ging das Unwetter richtig los, erzählte mir Bernd am nächsten Morgen.

Tag 6

Heute Morgen schrieb ich die Rezension zu „Katerstimmung“ von Philipp Reinartz, danach ging es reiten. Fast wäre ich vom Pferd geplumpst. Das hätte einen schönen Fettfleck gegeben.

Lisa und Bernd sind nach Marquartstein in einen Märchenpark gefahren allerdings ohne mich. Ich machte mich daran mal alles abzutippen und einfach mal mich auf die Couch zu fläzen und etwas Ruhe zu genießen.

Leider sind die Fotos nichts geworden, irgendwas mit der Mobilkamera. Barbara hat mir versprochen am Montag noch ein paar Fotos mit uns zu machen. Sie ist so lieb.

Tag 7

5 Uhr und ich bin hellwach. Wünschte ich könnte diesen dämlichen Inneren Wecker auf „Ich bin im Urlaub und möchte auch mal länger schlafen“ einstellen. Die Funktion gibt es aber leider nicht, deshalb frisch ans Werk. Tischdecke auflegen. Blume und Kerze drauf, ansonsten kann ich die Tischdecke gleich im nächsten Baum suchen, und los! Beim Abtippen fiel mir noch einiges ein. Mein zweiter Cappuccino und ich sind irgendwie drinnen hängen geblieben, mit den Geräuschen meiner Lieben, die noch schlafen im Ohr. Uups, so schnell kann es gehen. Zwanzig Sekunden und Gedicht fertig. Titel „Fetznhof“.

Abends nach einem Besuch beim Wössner See bis 15 Uhr ließen wir uns noch eine Grillplatte für Zwei beim Gasthof zur Post schmecken. Es war super lecker.

Tag 8

Habe jetzt schon einiges gepackt. Meine Zwei schlafen noch. Mein Cappuccino und ich sind wieder draußen.

Es weht eine steife Brise hihi, nein eigentlich ist es nach den heißen Tagen einfach angenehm frisch.

Ich bin traurig, hoffentlich sind wir übernächstes Jahr wieder hier. Nächstes Jahr machen wir mal was anderes.

Der Abschied war überwältigend. Frau Gasteiger und Herr Gasteiger haben mich umarmt. Lisa wurde von so vielen Eltern und Kindern verabschiedet. Eine Mama rief ihre Kinder „Lisa fährt weg.“ Ein Papa sagte zu ihr „Du bist ein tolles Mädchen! Bleib wie du bist!“

Es war so wunderschön hier, wie schon letztes Jahr. Wir haben neue Leute kennen gelernt und neue Freunde gefunden.

Hier noch einige Impressionen:

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Mein Schreib und Leseresümee:

3 Bücher gelesen

1 Buch angefangen

Ein Stück Krimi, drei Rezensionen, Tagebuch und ein Gedicht geschrieben plus einen Kurzkrimi umgeschrieben.

 

Ich finde das ganz ordentlich für die Zeit von 8 Tagen.

Ihr möchtet auch mal ein bißchen die Seele baumeln lassen und eure Kinder in Sicherheit herumtoben auf einem schönen Hof? Dann schaut doch mal auf der Seite vorbei, vielleicht ist es ja auch mal was für euch.

 

http://www.fetznhof.com/

Danke an Inge und Stefan Gasteiger

für die herrliche Zeit auf dem Fetznhof

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