[Rezension #792] „Angor – Auf den Spuren einer Legende“ von David Givens aus dem Spica Verlag

Meine Meinung:
Angor lebt in Tresmark. Einem Dorf, in dem er mit seinem Vater dem Schmied lebt. Wulfun, ein Ritter des Königs, hat ihn gesucht, um ihm ein Angebot zu unterbreiten. Während der Reise versucht er, Angor im Kampf zu unterweisen. Was nicht immer ohne Schmerz für Angor ausgeht. Dabei ist Angor kein schmächtiger, junger Mann, sondern durch die Arbeit breitschultrig und voller Kraft. Es fehlt ihm jedoch an Technik.

Wulfun, ist ein Mann von Ehre und ich empfinde ihn als guten Lehrer.

Angor, hat trotz Unerfahrenheit, sehr großes Potential. Ein junger Mann mit Herz und Verstand.

Als sie in einem größeren Dorf Station machen, wird dieses überfallen. Etwas verändert sich in Angor. Als wäre er in gefährlichen Situationen, nicht mehr er selbst. Was es ist, muss er erst langsam verstehen. Immer öfter hat er mit Grünhäuten zu tun. Bald muss er zu seinem Missfallen feststellen, was den König wirklich antreibt.

Schon wenn ich lese wie der König sich verhält, werde ich wütend. Er ist so menschenverachtend, das ich ihn gern, nein das sage ich hier lieber nicht. Er gehört definitiv nicht auf den Thron.

Die Familie die bei Angor lebt, ist zauberhaft. Sie sind loyal und ich hoffe das sie auch in Band 2 wieder auftauchen. Denn mir würde was fehlen. Sie machen das Haus zu einem Heim. Zumindest fühle ich das so.

Als ein großer Kampf bevor steht, habe ich schlimme Vorahnungen. Soviele, die nichts wissen über Waffen oder einen Kampf ansich. Angor kümmert sich, voller Pflichtgefühl um Alle. Er ist ein guter Mensch. Ein Schmerz jedoch, der mich überwältigt, bildet den Höhepunkt und für mich ein schwarzes Loch voller Trauer.

Schreibstil:
Es war, als ob mich dieses Buch zu sich gezogen hat. Nichts und niemand konnte mich davon fern halten. Okay die Arbeit vielleicht und etwas Schlaf brauchte ich auch. Aber sonst war dieses Buch in meiner Nähe, in meinen Händen um gelesen zu werden oder in meinem Kopf.
Schon als Wulfun auf dem Pferd daher geritten kam, hatte die Geschichte mich. Diese bildhafte Sprache, diese Momente die ich mit erleben durfte. Angors immer stärker werdende Technik, seine kleinen Geheimnisse. Es machte ihn nahbar. David Givens, der Autor hat durch sein Wissen um die Schmiedekunst und den Schwertkampf, ein außergewöhnliches Wissen und die Fähigkeit es dem Lesenden zu offenbaren. Durch Worte, hat er mich dazu gebracht den König Missbilligung, ja Hass entgegen zu bringen.

Mein Fazit:
Starke Charaktere, die in einer tiefen und intensiv gezeichneten Welt ihren Weg gehen. Die Geschichte hat mich erschüttert, fassungslos und auch traurig gemacht. David, hat es geschafft, aus mir einen Fan seiner Bücher zu machen. Angor Band 1 wird nicht das letzte Buch sein, es gibt schon vier Bände wie er mir verriet, das ich von David Givens lese. Ein paar Fragen sind offen geblieben, manches war mir zu kurz erzählt. Mal sehen ob ich im nächsten band Antworten bekomme.

Verlag : ‎ Spica Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : ‎Taschenbuch

Seiten: 521 Seiten

ISBN: 978-3455000764

Veröffentlicht : 02. März 2024

[Rezension #791] „Château Mort“ – Luc Verlains neuer Fall von Alexander Oetker aus dem Atlantik Verlag

Meine Meinung:
Mit Strand, Sonne und Kopfschmerzen, startet der zweite Band der Reihe um Luc Verlain.
Diesmal rückt ein ganz verrückter Marathon, in den Blick des Lesers. Es geht um den Sport, aber eben auch um den Genuss des Augenblicks. Um den intensiven Geschmack der Weine des Médoc.
Ein Rennen das nicht jeder gewinnen kann, aber auch nicht will. Natürlich gibt auch jene, die das im Sinn haben.
Luc und sein früherer Kollege und Freund Yacine, sind mit den Motorräder unterwegs. Tun ihren Dienst, als es zu mehreren Vorfällen kommt.
Ein Winzer kommt ums Leben. War er Ziel des Anschlags? Oder doch ein Anderer.
Notorisch unterbesetzt, machen sich Luc, Yacine und die eben zurück gekehrte Anouk an die Ermittlungen.
Anouk hat bald einen Verdächtigen für sich erkoren. Das passt Luc gar nicht. Doch auch ihm kommen Zweifel.
Wie nur soll er sich verhalten, wie reagieren. Luc sitzt zwischen den Stühlen.

Luc ist ein Unikat. Yacine gefällt mir. Anouk selbst, ist so ein guter Gegenpart zu Luc. Sie sieht in dieser Ermittlung ein Problem auf das Team zukommen. Denn Luc ist nicht objektiv. Zumindest hat sie den Eindruck.

Man fühlt, das der Autor Alexander Oetker schon oft in der Aquitaine war. Denn er beschreibt die Szenerie, sehr intensiv. Ja liebevoll, nimmt er uns mit in diese Landschaft, die er scheinbar nicht nur einmal besucht hat.

Den Wein, kann man fast schmecken. Die Nudeln leider auch. Aber das lest bitte selbst. Es war, als ob ich auf den Teller hinabgeblickt hätte.

Die Wellen, die Sonne, den Sand, ja und die Trauben kann ich mir bildlich vorstellen. Während des Lesens stand ich vor dem Schloss, an den Stationen mit Wasser, Bananen und Wein. Die Hitze spürend.

Die Ermittlungen sind nicht einfach, mehrere Verdächtige kommen auf den Plan. Allerdings ist am Ende alles nicht so wie man denkt. Da ist ein Twist, der mir nicht wirklich nachvollziehbar war, oder aber für mich zu schnell ging.

Mein Fazit:
Ein Mord im Médoc, während eines Marathons der mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert. Mit wunderbarem Lokalkolorit. Man fühlt es einfach. Fühlt, wie es dort ist, obwohl ich nie vor diesen vollen Reben stand. Nie einen Fuß, in das Aquitaine gesetzt habe. Nur am Ende habe ich wohl etwas verpasst, denn die Schuldigen hatte ich nicht auf dem Plan. Das ging mir etwas schnell. Das Dreier Team, darf gern öfter ermitteln. Da greift ein Rädchen ins nächste.

Verlag : ‎ Atlantik Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : ‎Taschenbuch

Seiten: 336 Seiten

ISBN: 978-3455000764

Veröffentlicht : 14. März 2018

[Rezension #789] „Wie Wellen im Sommerlicht – Nordseeträume auf Jütborg 1“ von Helen Schreiber aus dem dotbooks Verlag

Meine Meinung:
Elsa lebt auf Jütborg und ist sehr glücklich, mit Ihrer Oma zusammen zu sein. Janosch ihr Sohn, ist ihr Augenstern und macht ihr ziemlich viel Freude. Sein Vater, hat sich nie um ihn gekümmert.
Hat Elsa, aus was für Gründen auch immer, im Stich gelassen.
Was damals geschah, ist eine lange Geschichte. Ein Brief hatte sie geschrieben, ihn gebeten sich zu melden. Doch das hat er nie. Ist untergetaucht.

Und jetzt? Ein Schatten taucht auf. Ein Mann fragt nach ihr.
Weshalb sie beginnt, sich Fragen zu stellen. Ist er es? Warum kommt er jetzt? Warum war er nicht vor 13 Jahren für sie da? Eric so heißt er.
Hat ziemlich heftige Sachen im Gepäck. Wahrheiten, mit denen sie erst klar kommen muss. Einfach wird es nicht. Wie nur soll sie sich ihm gegenüber verhalten? Will sie über die Vergangenheit überhaupt was wissen?
Sie weiss, dass sie zuhören sollte. Aber will sie wirklich seine Gründe erfahren?

Man fühlt Elsas Schmerz. Diese Zerrissenheit. Sie möchte für Janosch alles tun. Doch hat sie auch Angst, das ihr Sohn verletzt wird. Wird Eric wieder verschwinden. Sie erneut im Stich lassen? Soviele Fragen die in ihrem Kopf herumschwirren. Ich verstehe jeden einzelnen ihrer Beweggründe.

Oma Lisbeth, ist super. Ich sehe sie geradezu vor mir. Was für eine starke Frau. Sie hat so viel gegeben. In ihrer Pension würde ich gern mal übernachten. Ich mag das urtümliche, heimische Ambiente.

Janosch ist ein toller Junge, auch wenn ich ehrlich gesagt seine Jugendsprache nicht verstehe. Liegt wohl an meinem Alter.

Eric, tja er hat sich für mich bös ins Aus geschossen. Seine Erklärungen sind nachvollziehbar. Ich hoffe er macht keinen Fehler. Denn ich möchte nicht, das er Janosch und Elsa verletzt.

Mein Fazit:
Die Vergangenheit von Elsa ist auf Jütborg. Vorsichtig nähert sich Eric an. Nimmt sich sehr zurück. Die gemeinsame Zeit ist wie ein Tanz der Schmetterlinge. Sanft, abwartend und doch gepaart mit der Verletztheit von Elsa und ihrer Enttäuschung von damals. Mir fiel es anfänglich nicht leicht, in die Geschichte einzutauchen. Nach nur wenigen Seiten, wurde ich dann mitten rein gezogen. Keine Chance zu entrinnen.

Verlag : ‎dotbooks Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : eBook

Seiten: 351 Seiten

ISBN: 978-3690765299

ASIN: B0GTQL5SG2

Veröffentlicht : 01. April 2026

[Rezension #788] „Nie mehr Tequila“ von Sina Silberstein

Meine Meinung:
Anna sitzt an Silvester, auf einem Mauersprung. Die Liste mit den guten Vorsätzen in der Hand. Nur ja, warum ist die Liste schon so alt. Weil es eben, wie immer mit Vorsätzen ist, es wird nie was daraus. Ob das neue Jahr, was Anderes bringt als unerfüllte Vorsätze?
Nach Silvester hämmert der Kopf. Die Vorsätze sind bald in den Hintergrund getreten.
Zum Beispiel keine Schokolade.
Emma führt ihr vor Augen, was los war. Tja, da war wohl doch etwas viel Alkohol im Spiel.
Herr Grieshammer ist ihr Nachbar, mit einer tollen Dachterrasse. Es stellt sich heraus, das sie eine falsche Meinung von ihm hatte.
Mit Marie geht es wieder raus. Ins Ludo, dort wird ihr bewusst, das der neue Geschäftsführer morgen anfängt. Wolff mit Namen. Oh je.
Natürlich setzt sich Anna, gleich wieder in die Nesseln. Sie weiß nicht, was er von ihr hält. Ihre Gedanken gehen zu oft auf Wanderschaft. Allerdings erwischt sie sich immer wieder dabei, über ihn nachzudenken.
Was soll das denn, denkt sie sich.
Dann kommt Fritz. Ein Vierbeiner. Sie stellt unglaubliches an, um ihn zu retten.

Gisela und Adrian sind ein tolles Mutter Sohn Gespann. Mir gefällt das sehr. Da ist Anna so chaotisch, aber auf liebenswerter Weise, die da irgendwie mitten rein platzt.

Adrian ist freundlich, aber distanziert so lange er nicht weiß wie er sich Anna gegenüber verhalten soll. Als er diesen Moment hatte und selber Hilfe benötigt, ist Anna da.

Mein Fazit:
Das Leben von Anna ist etwas konfus. Irgendwie hat sie kein richtiges Ziel. Sie arbeitet, kommt nach Hause, geht feiern, hat Vorsätze die sie wie jedes Jahr in den Wind schießt. Doch sie hat Träume, Wünsche und hofft das sich etwas in ihrem Leben ändert. Es ist die Suche nach dem Sinn. Ich mag Anna sehr. Am Ende hat das Buch genau das, was diese Geschichte benötigt. Gefühle und Menschen die sich näher kommen.

Verlag : ‎Independently Published

Sprache : ‎ Deutsch

Format : eBook

Seiten: 205 Seiten

ASIN: B0D8BKGLQV

Veröffentlicht : 27. Juni 2024

[Rezension #784] „Zeit des Neubeginns“ (Die Kinder der Hansens) von Ellin Carsta aus dem Tinte & Feder Verlag

Meine Meinung:
Ellin Carsta schreibt tolle Bücher. Dies ist Band 7 aus der Reihe „Die Kinder der Hansens“.
Es beginnt leider sehr traurig, mit Georgs Tod. Therese und auch die ganze Familie Hansen, ist am Boden zerstört.

Aufgrund der Testamentseröffnung, reist auch Robert aus Amerika an. Er ist der Bruder von Amala.
Das Hansens besteht aus einem Restaurant, Kino, Theater, Tanzbar aber auch einem Geheimnis, das Eduard allen verheimlicht.
Ich finde es unverantwortlich, von ihm. Denn bei mir kommen die Bedenken auf, das er damit dem Hansens schadet.

Robert ist ein sympathischer Mensch. Er macht sich Gedanken über die Anderstartigkeit von ihm und Amala und das Verhalten ihm gegenüber. Auch Therese, Auguste, Frederike und Bertha sind liebe Menschen.
Florentinus und Katharine sind ein tolles Paar. Innig und liebevoll verbunden.

Emma hat es nicht leicht mit Franz. Er ist so hinterwäldlerisch.
Moritz ist ihr dagegen zugetan. Das ist gefährlich.

Julius, hat sich wohl mit der Zeit sehr verändert und das nicht zum Positiven.

Leider gibt es da auch Martha, die mir sofort extrem unsympathisch ist. Was für eine Beisszange.
Sie hat nicht das Recht, so mit den Mitgliedern der Familie zu sprechen.

Das Leben dreht sich um das Hansens. Den täglichen Ablauf, die Möglichkeiten mehr Menschen in das Hansens zu locken. Roswitha, die Köchin ist nicht glücklich, doch Amala hat ein Talent zu überzeugen. Mir wäre da nicht wohl zumute.

Persönlich finde ich es wundervoll, das Viele einen persönlichen Brief von Georg erhielten. Nun beginnt ein jeder den richtigen Moment zu suchen, um die letzten Zeilen von ihm zu lesen.
Es geht ans Herz. Tränen brennen auch in meinen Augen.

Aber wie soll es weiter gehen. Wie wird sich Therese entscheiden? Kann Eduard, Martha von ihrem Plan abhalten.

Mein Fazit:
Die Geschichte einer Familie, die schon so viel durchgestanden hat und nun den Verlust eines geliebten Menschen betrauert. Jeder auf seine Weise. Das Hansens steht im Mittelpunkt und die Menschen dahinter. Es hat mich berührt, gefesselt, wütend gemacht und ein gewisser Nolte hat mir sogar Angst eingeflößt. Persönlich würde ich euch empfehlen, zuerst Band 1 zu lesen. Obwohl ich mit Band 7 auch wunderbar zurecht kam, ohne die vorherigen Bände gelesen zu haben.

Verlag : ‎ Tinte & Feder Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : Taschenbuch

Seiten: 311 Seiten

ISBN: 978-2496714258

Veröffentlicht : 16. September 2025

[Rezension #783] „Das mutige Mädchen aus Innsbruck“ (Die Töchter aus Innsbruck 2) von Lotte Römer aus dem Tinte & Feder Verlag

Meine Meinung:
Elsa liebt das Nähen. Stoffe, Handarbeit. Vorallem aber die Arbeit mit Leopold Tannhäuser. Er eröffnet ihr ein Angebot, dass ihr Leben verändern könnte.

Allerdings. möchte Rupert Elsa verheiraten. Die Mutter sagt nichts dazu. Stumm wie immer, nickt sie nur alles ab. Sie steht nicht für ihre Kinder ein. Lässt alles geschehen.

Elsa jedoch, weiss wohin sie gehen und wen sie um Rat fragen kann. Fannerl, ihre Schwester die im Sellraintal lebt.
Natürlich lässt diese sich nicht lang bitten und geht mit Elsa zur Mutter und stellt einiges klar. Ich find sie richtig stark.

Was mich sehr überrascht, ist das zunehmend veränderte Verhalten von Agathe, der Mutter von Fannerl, Elsa und Josefa.

Da sind auch noch zwei Männer im Spiel. Richard und Clemens. Elsa hat gar nicht vor zu heiraten. Sie fühlt sich gespalten. Clemens ist ihr Freund, schon lange Jahre. Richard lässt ihr Herz höher schlagen. Doch ist das genug? Was wiegt mehr.

Clemens ist verlässlich, möchte dass es Elsa gut geht. Richard ist für mich ein Gigolo. So wirklich traue ich ihm nicht über den Weg.
Amalie ist, ich weiss gar nicht, wie ich das ausdrücken soll. Oberflächlich. Und kein Stück einfühlsam.

Persönlich finde ich Elsa wirklich toll. Sie hat eine ganz sanftes, freundliches Wesen. Ihre Art mit dem alten Herrn umzugehen, ist so liebevoll. Sie hat ein ganz großes Herz. Man möchte sie einfach in den Arm nehmen, wenn sie traurig ist oder Kummer verspürt.

Agathe mochte ich am Anfang gar nicht. Aber das hat sich gewandelt, so wie sie auch. Das hat mir richtig gut gefallen

Schreibstil:
Ganz schnell ist man wieder in Innsbruck. Wieder im Geschehen. Die Autorin macht es einem sehr leicht, da sie genauso flüssig und für die Geschichte einnehmend weiterschreibt.

Mein Fazit:
Die zweite Geschichte um die Töchter aus Innsbruck. Die mich nicht minder beeindruckt hat, wie die Erste. Eine sehr starke Geschichte, um eine junge Frau die ihren Weg in die Selbstständigkeit finden möchte, trotz aller Widrigkeiten. Mit der Familie im Rücken und deren Unterstützung, geht sie unbeirrt ihren Weg.
Band 3 steht schon auf meiner Wunschliste.

Verlag : ‎ Tinte & Feder Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : Taschenbuch

Seiten: 284 Seiten

ISBN: 978-2496717839

Veröffentlicht : 21. Oktober 2025

[Rezension #779] „Sonnenaufgang Nr. 5“ von Carsten Henn aus dem Piper Verlag

Meine Meinung:
Jonas soll eine Autobiografie von Stella Dor, einer Film-Diva schreiben. Doch es ist gar nicht so einfach. Denn es gibt eine Wahrheit, hinter der Wahrheit. Welche soll er aufschreiben? Als er an dem Ort ankommt, der verwunschener nicht sein könnte, trifft er auf Menschen die eigene Geschichten, ihre eigene Vergangenheit haben.

Imke und Britta, die eine Pension führen. Offenbaren ihre eigenen Befindlichkeiten.
Sie sind große Fans von Stella.

Bentje ist einer wahren Person nachempfunden, was ich herrlich finde. Denn auch ich habe von der Dame gehört. Sie ist zauberhaft, genau so stellte ich sie mir vor.

Paul, der ein so lieber Kerl ist, sich um die „Krabbe“ kümmert und langsam vergesslicher wird. Nur das Tanzen, das vergisst er nie. Eine Seele von Mensch.

Nessa, die gefühlt tausend Jobs hat. Trotzdem immer präsent ist. Sie zeigt eine Reserviertheit, die wohl der Mauer geschuldet ist, die sie um sich errichtet hat. Sie fühlt sich verlassen und verloren.

Jonas hat selbst traumatisches erlebt. Doch wehrt er sich mit Händen und Füßen gegen die Vergangenheit. Doch es stellt sich die Frage, kann man heilen wenn man sich gegen die Erinnerung sträubt?

Ich finde das er ein sehr einfühlsamer Charakter ist. Jemand, der sich um Andere sorgt. Der nicht einfach vorbei geht. Er hinterfragt sich selbst und das Tun Anderer.

Schreibstil:
Carsten Henn eröffnet uns in diesem Buch, eine kleine Welt am Meer. Menschen die so vielschichtiger sind, als man auf den ersten Blick vermutet. Die Geschichte hat eine eigene Tiefe, die durch das Miteinander der Protagonisten entsteht.
Man denkt über die Personen nach. Fühlt sie, in sich. In den eigenen Gedanken. Danke dafür.

Mein Fazit:
Leichthin kann man dieses Buch nicht lesen, denn es benötigt Zeit. Ich musste und wollte, vor der Rezension darüber nachdenken, nachfühlen was es mir zu sagen hat. Dazu nun meine Erkenntnis: Jeder hat eine Erinnerung, die sich durch die von Anderen unterscheidet, auch wenn man im gleichen Moment, am gleichen Ort dasselbe erlebt. Jeder verarbeitet Informationen anders, sieht Dinge anders. Nimmt sie anders wahr. Genau das zeigt dieses Buch. Die Menschen in diesem Buch wachsen, trotz aller Verschiedenheit, zusammen. Eine Gemeinschaft entsteht. Es berührten mich vorallem, die Szenen mit Bentje. Wer eine tiefgründige Geschichte lesen möchte, dem empfehle ich dieses Buch.

Verlag : ‎ Piper Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : ‎Hardcover

Seiten: 288 Seiten

ISBN: 978-3492071833

Veröffentlicht : 02. Oktober 2025

[Rezension #778] „Codename Herzstoss“ von Toni Garber

Meine Meinung:
Max wird in etwas reingezogen, was er so gar nicht vermutet hat. Seine Mutter überrascht ihn mit ihrer Vergangenheit.
Spionage, Mord und noch mehr grausames.
Doch dann geschieht Ramstein und es gilt das Drama aufzuklären. Wer war daran schuld? Was macht Davaa dort, was hat sie mit dem Ganzen zu tun?
Natürlich hüllen sich die Menschen in Schweigen.
Theresa, seine Mutter hat Kontakte. Wichtige Kontakte zu hohen Tieren. Die Ereignisse überschlagen sich.
Fluchtfahrzeuge werden benötigt. Hauswände und unbeteiligte Fahrzeuge werden zermalmt.
Max hat echt ne taffe Mutter.
Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man es cool finden.
Max finde ich klasse. Er hat sich echt im Griff, auch in Gefahrensituationen. Marie seine Tochter ist effizient und eine gute Polizistin.
Theresa ist schwer einzuschätzen. Genau wie Davaa.

Mein Fazit:
Spionage und pure Spannung. Momente, die einen den Atem anhalten lassen. Dunkle Geheimnisse zwischen DDR und BRD. KGB, BND und andere Organisationen sind involviert. Nachdenken fast unmöglich. Handeln und zwar sofort, ist Pflicht. Zögern könnte den Tod bedeuten. Rasanter Thriller der stetig im Vollgas dahinrast. Man wird richtig gut unterhalten. Das Beste, es ist noch nicht zu Ende. Freue mich auf das nächste Buch.

Verlag : ‎ Selfpublishing

Sprache : ‎ Deutsch

Format : ‎eBook

Seiten: 179 Seiten

ASIN: ‎ B0G51NMS8Y

Veröffentlicht : 04. Dezember 2025

[Rezension #777] „Creperie mit Meerblick“ von Maria Resco

Meine Meinung:
Leonie steckt im Stau. Sie wird schon erwartet. Vorwürfe prasseln auf sie ein. Keine Minute lässt ihr Stefan Zeit, etwas zu sagen. Er bereitet ihr ein schlechtes Gewissen. Egal bei was. Er ist ein guter Rhetoriker, nicht nur im Gerichtssaal. Dort gewinnt er, das muss natürlich gefeiert werden. Immer wieder. Ohne seine Frau miteinzubeziehen, sie hat hübsch auszusehen, mehr nicht. Er befiehlt, natürlich auf scheinbar freundliche Weise, manipuliert seine Frau und bringt sie immer mehr dazu sich unwohl zu fühlen.
Immer weiter treibt er sein Spiel. Nennt sie „Spatzl“ was für mich vor Hohn trieft. Denn er meint es zu keinem Zeitpunkt ernst. Ein klassischer Narzisst.

Leonie tut mir leid. Sie dümpelt vor sich hin. Wird wütend auf sich selbst. Eine Einladung von Charlotte zum 10. Geburtstag, ist der Wendepunkt. Als sie endlich zu Hause ist, wird ihr immer mehr bewusst, was Liebe bedeutet. Wie sehr sie sich nach ihrer Familie sehnt. Plötzlich ist sie mitten drin im Familienleben.

Eine Begegnung, mit der sie so gar nicht gerechnet hat, zaubert einen Hauch einer früheren zarten Liebe in ihr Hier und Jetzt. Eine besondere Verbindung kehrt so in ihr Leben zurück. Sie fühlt sich angenommen, muss sich nicht verstellen. Hat endlich wieder das Gefühl, das sich etwas in die richtige Richtung bewegt. Er geht ihr nicht mehr aus dem Kopf.

Manches das aus der Vergangenheit ungeklärt ist, versuchen sie aufzuarbeiten. Doch eigentlich ist dies gar nicht nötig.

Dann kommt Stefan zu Besuch. Was jetzt? Wie wird sich Leonie entscheiden?

Von Anfang an, mag ich Stefan nicht. Keine Sekunde. Er ist so widerlich. Das Gefühl des nicht mögens, verstärkt sich zunehmend. Ich kann mich zu keinem Zeitpunkt dagegen wehren.

Leonie und ihre ganze Familie ist da das totale Gegenteil. Zwischen ihnen fühlt man sich geborgen. Chris bringt das Prickeln zurück, in ihr Leben. Er ist so anders. Hört ihr zu, fühlt was sie fühlt. Einigkeit ohne Worte.

Mein Fazit:
Die Geschichte rund um Leonie führt einen in immer wieder krude Situationen. Leonie versucht sich selbst zu erklären, obwohl sie dies in keinem Moment muss. Man bemerkt wie unglücklich sie ist. Wie verloren. Sie sucht nach Liebe und bekommt zu Hause in München, nicht einen Hauch davon. Ein Besuch in der Heimat und die Menschend dort ändern Alles. Diese Wendung finde ich ganz wunderbar.

Ein Satz in dem Buch, habe ich markiert.
Danke Maria, das du mir diesen Satz, ins Gedächtnis gerufen hast. Ich werde ihn aufschreiben und ihn bei mir tragen. Welcher Satz das ist, werde ich hier nicht verraten.

Verlag : ‎ Selfpublishing

Sprache : ‎ Deutsch

Format : ‎Taschenbuch

Seiten: 226 Seiten

ISBN: 978-8338769133

Veröffentlicht : 08. Oktober 2024

[Rezension #775] „Retour – Luc Verlains erster Fall“ von Alexander Oetker aus dem Atlantik Verlag

Meine Meinung:
Luc ist ein Womanizer. Er ist ein Mann, den die Frauen mögen. Doch nicht alles in seinem Leben lief glatt. Nun ist er zurück in der Heimat. Da sein Vater sehr krank ist und seine Hilfe benötigt. Paris ist das was er will. Die Restaurants, das Leben, das ganze savoir vivre. Ja die Pariser wissen wie man lebt. Allerdings holen ihn hier, in Bordeux, die Erinnerungen wieder ein.

Er muss sich mit einem Kommissar rumschlagen, der ihm zwar ebenbürtig ist vom Dienstgrad, aber weit weg ist von dem, was Luc als teamorientiertes Arbeiten kennt. Ich mag Etxeberria so gar nicht. Von sich selbst überzeugt, behandelt er die Anderen wie Werkzeuge und befiehlt in einem sehr unangenehmen Ton.

Luc lässt es sich zum Glück nicht nehmen, dagegen vor zu gehen. Fraglich ist nur ob er Erfolg damit hat. Denn Etxeberria ist stur.

Kaum ist Luc da, gibt es einen Mord. Wo ist nur die Beschaulichkeit hin. Wer ist der Mörder? Ist es ihr Ex-Freund? Ein Bekannter? Der neue Lover? Rätsel über Rätsel.

Anouk ist in Lucs Team und sehr schlau. Sie sieht viel und schlussfolgert hervorragend im Fall.

Die Ermittlungen sind zäh und das Verhalten von manchem Protagonisten nicht wirklich hilfreich. Luc Verlaine muss sich ganz schön durchbeißen. Auch die Brutalität, das Gehabe dieses, als Zeugen vernommenen Person, haben mich richtig wütend gemacht.

Luc muss insgesamt echt hart durchgreifen. Er tut dies überlegt und mit den richtigen Worten. Dafür hat er meine Hochachtung.

Der leichte Schreibstil ist angenehm und nimmt einen, trotz des ernsten Falles, für die Geschichte ein. Die Charaktere sind lebendig.

Aufgelockert haben das ganze Gefüge: Anouk, der Divisionsleiter und Hugo. Sehr gut fand ich, dass es mit diesen Personen ein Gegengewicht, zu der schon erwähnten Person im Kommissariat gibt.

Unter den Zeugen, gibt es Menschen denen man helfen möchte, die es verdient haben.

Mein Fazit:
Der Kommissar Luc Verlain, wird gut ins Licht gerückt. Er kommt von Anfang an gewissenhaft und mit Ehrgeiz rüber. Er kann weich und empathisch sein, aber auch seine Vorstellungen durchsetzen.
Ich muss sagen, der erste Fall ist gut durchdacht, hat Spannung, aber auch immer wieder eine Atmosphäre in der man sich treiben lassen kann. Der Täter ist für mich, eine absolute Überraschung gewesen. Freu mich schon auf Band 2.

Verlag : ‎ Atlantik Verlag

Sprache : ‎ Deutsch

Format : ‎Taschenbuch

Seiten: 304 Seiten

ISBN: 978-3455003499

Veröffentlicht : 24. April 2018