[Rezension #683] „Warum ich so gern lüge“ von Oliver Hohlfeld aus dem Verlag Bullauge

Meine Meinung:
Boxer spricht von Kopfschmerzen. Aber er hat gesiegt. Jetzt hat er einen Kater. Der Champagner ist schuld. Zahnarzt, Pflanzenfreund, ein ketterauchendes Paar und eine Yoga machende Dame. Ein Junge im Rollstuhl, ein hundertfünfzigkilo Mann mit Salami und ein Nachtpförtner. Das war das, was das Haus gegenüber zu bieten hatte.
Sophia und Claudine sind bei ihm. Plötzlich ist er Kater. Die Lüge ist ihm näher, als die Wahrheit die ihn zu langweilen scheint.

Er hat frei. Nichts leitet ihn. Normalerweise ist er Korrektor bei einer Zeitung. Was nur fängt man mit soviel Zeit an?

Die Angst treibt ihn um. Können Gehwegplatten sich verbiegen. Unter der Last, der vielen Menschen aus den Häusern. Schnell muss es gehen. Hastig setzt er seinen Weg fort.

Konnten Häuser, genauso wie Autos von einem Schlüssel geöffnet werden? Gute Frage, bislang hat das keiner ausprobiert. Ein seltsamer Gedanke für mich.

Es scheint als würde der Autor unter rot glühenden Lidern, den graufelligen unter sich zum Schutz, die ganze Welt in seine Literatur einbeziehen. Sie zu beschreiben, ist oft in einer Sekunde getan. Jedoch als Leser, kennt man diesen Vogelschwarm. Weil selbst oft betrachtet. Momentaufnahmen, auf Straße und im Park.

Doch solch Gedanken, machte man sich doch nie. Sie sind verwirrend, dann wieder klar zu fassen. Er sieht die Dinge anders, als wir. Was ist wahr, was Fantasie, was erfunden, was nur leicht überzogen. Man sollte selbst lesen und entscheiden.

Im nächsten Moment verschlingt ihn eine Wiese. Er durchkreuzt eine Filmaufnahmen, eine Frau verändert sich. Es ist genau wie dieser Zirkel in dem er sitzt, es dreht sich alles um ihn, seine Empfindungen und Eindrücke. Aus seiner Sicht sind alle Beobachtungen vielleicht sogar wahr.

Juljana spricht etwas an, was mir selbst schon oft aufgefallen ist. Wir Städter sind  umgeben von Lärm und täglichen Gedanken, die sich scheinbar immer um das gleiche drehen. Ausser wir kommen aus unserem alltäglichen Trott heraus. Lernen wieder zu sehen und zu hören.
Die wohltuend ist die Ruhe oder das Rauschen des Meeres am frühen Morgen.

Dann kommt die Wahrheit. Unerwartet. Klar.

Mein Fazit:
Insgesamt muss ich sagen, das es nicht einfach war dem Buch bzw. der Geschichte zu folgen. Situationen sind bekannt, anderes sehr fremd. Als einem offenbart wird, wer hier erzählt und warum, versteht man es besser. Man braucht viel Zeit, um zu begreifen. Die Bilder auf sich wirken zu lassen.

Verlag : ‎Bullauge

Sprache : ‎ Deutsch

Format : ‎ eBook

Seiten: 192 Seiten

ASIN : 398181214X

Veröffentlicht : 1. Januar 2018